Samstag, 7. Dezember 2019

Frankenstein und die Monster aus dem All (1968)

[Godzilla: King of the Monsters habe einen dämlichen Plot, heißt es. Ja, was ist denn los mit der Jugend von heute? Dämliche Plots gehören zu Godzilla wie Käse auf die Pizza. Zu Dokumentationszwecken gebe ich nach und nach den Plot möglichst aller Godzilla-Filme wieder. Warum? Weil ich es kann. Und weil die Verästelungen der Godzilla-Saga einfach Spaß machen.]

Produktion: Toho Pictures
Ära: Showa
Regie: Ishiro Honda
Drehbuch: Ishiro Honda, Kaoru Mabuchi
Musik: Akira Ifukube

Im Jahr 1999 unterhält das United Nations Science Committee (UNSC) nicht nur eine Basis auf dem Mond, sondern hat es auch geschafft, die Mehrzahl der Kaiju der Erde in Monsterland, einem Reservat auf einer Pazifikinsel, zu versammeln. Dort stehen sie unter strenger Beobachtung eines Teams, das von Dr. Otani geleitet wird. Doch plötzlich häufen sich mysteriöse Ereignisse. Auf dem Mond wird ein UFO gesichtet. Und die Kommunikation mit Dr. Otanis Team bricht ab.

Als Rodan am Himmel über Moskau erscheint, Gorosaurus den Arc de Triomphe in Paris zerstört, Mothra in Beijing wütet und Godzilla in der Bucht von New York auftaucht, ist klar, dass in Monsterland eine Katastrophe geschehen sein muss. Dr. Yoshida vom UNSC schickt ein auf dem Mond stationiertes Raumschiff zu der Insel, um die Lage zu checken. Kapitän Yamabe, der Kommandant des Raumschiffs, findet auf der Insel Dr. Otani und seine Mitarbeiterin Kyoko vor, die einen reichlich gehirngewaschenen Eindruck machen. Sie stehen unter der Kontrolle einer Frau, die sich als Anführerin der Aliens von Kilaak vorstellt, einem zwischen Mars und Jupiter lokalisierten Planetoiden. Yamabe erfährt, dass die Kaijus von den Aliens ferngesteuert werden.

Es gelingt Yamabe und seiner Crew, Dr. Otani zu überwältigen und mit nach Japan zu nehmen. Eine Einheit der Selbstverteidigungsstreitkräfte, die kurze Zeit später in Monsterland eintrifft, erklärt die Insel für völlig verlassen. In Japan begeht Otani während einer Befragung Selbstmord. Die Obduktion ergibt, dass der Doc mittels eines unter der Haut angebrachten Empfängers von den Kilaak-Aliens ferngesteuert wurde.

Die Frage ist nun, von wo aus die Aliens (da sie sich nicht mehr in Monsterland befinden) die Kaijus steuern. Während Rodan, Godzilla, Manda und Mothra simultan Tokio angreifen, erscheint Kyoko beim UNSC und übermittelt eine Botschaft der Kilaak-Aliens: Sie fordern die Unterwerfung der Menschheit. Yamabe stürzt sich auf Kyoko und entreißt ihr die Kilaak-Empfänger, die in ihren Ohrringen verborgen sind. Als Kyoko mit Fragen nach der Operationsbasis der Aliens bestürmt wird, muss sie passen: Die Zeit, in der sie unter dem Einfluss der Außerirdischen stand, ist aus ihrem Gedächtnis gelöscht.

Da wird erneut ein UFO gesichtet. Diesmal bewegt es sich auf den Fuji zu. Eine Streitmacht von Panzern und Hubschraubern wird in Richtung des Berges in Bewegung gesetzt. In Edo kommt es zu einer Materialschlacht gegen Godzilla, Anguirus und Rodan. Bald wird der Eingang zu einem Höhlensystem zu Füßen des Berges gefunden, in dem die Aliens sich häuslich niederlassen wollen. Unterdessen findet das UNSC heraus, dass die Signale, die die Kaijus kontrollieren, vom Mond aus gesendet wurden.

Kapitän Yamabe und seine Crew entdecken die Ausgangsbasis der Kilaak-Aliens im Cassini-Krater auf dem Mond. Sie zerstören die Anlage und schalten auch die Maschinerie aus, die Signale an die Monster auf der Erde sendet. Die erbosten Monster versammeln sich am Fuji, um es den in den Höhlen verbliebenen Aliens heimzuzahlen. Doch die Außerirdischen haben noch ein paar Asse im Ärmel. Monster von der Erde stehen nicht mehr unter ihrem Einfluss – Monster aus dem Weltraum dagegen schon.

Die Aliens schicken zunächst King Ghidorah ins Gefecht, der aber von Godzilla,  Rodan,  Anguirus, Mothra, Gorosaurus, Kumonga und Minilla in einer Gemeinschaftsaktion in Grund und Boden getrampelt wird. Dann demoliert Godzilla das Höhlenversteck der Außerirdischen. Die letzten Aliens geben noch immer nicht auf und kündigen den Angriff eines weiteren Monsters an, das sie den Feuerdrachen nennen. Tatsächlich erscheint dieser an Himmel und verletzt zunächst Rodan schwer, um dann Tokio zu bedrohen. Aber von Yamabes Raumschiff ausmanövriert, vollführt der Feuerdrache eine Bruchlandung. Es zeigt sich, dass er gar kein echtes Monster ist, sondern nur ein flammensprühendes Kilaak-UFO.

Am Ende kehren Godzilla & Co. friedlich nach Monsterland zurück.

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Half Human (1955)

[Godzilla: King of the Monsters habe einen dämlichen Plot, heißt es. Ja, was ist denn los mit der Jugend von heute? Dämliche Plots gehören zu Godzilla wie Käse auf die Pizza. Zu Dokumentationszwecken gebe ich nach und nach den Plot möglichst aller Godzilla-Filme wieder. Warum? Weil ich es kann. Und weil die Verästelungen der Godzilla-Saga einfach Spaß machen.]

Produktion: Toho Pictures
Ära: Showa
Regie: Ishiro Honda
Drehbuch: Takeo Murata
Musik: Masaru Sato

Half Human ist Ishiro Hondas erster Monsterfilm nach Godzilla. Doch wer ihn anschauen möchte, sollte unbedingt die japanische Originalversion ausfindig machen. Ebenso wie bei Godzilla und Godzilla kehrt zurück wurde für das westliche Publikum eine eigene Schnittfassung mit zusätzlichen Szenen erstellt. Diesmal ist es John Carradine, der durch unnötige Laberszenen den Spannungsbogen ruinieren muss. Das Problem bei Half Human ist, dass Toho aus unbekannten Gründen entschied, den Film nicht in den japanischen Kinos laufen zu lassen. In den USA lief der Film im Kino (natürlich in der verwestlichten Fassung), während das Original erst Jahre nach seiner Fertigstellung im japanischen Fernsehen gezeigt wurde. Aus diesen Gründen ist die westliche Fassung weitaus verbreiteter als die japanische.

Eine Gruppe von fünf Studierenden macht Ski-Urlaub in den japanischen Alpen. Nach einem langen Tag auf der Piste beschließen zwei der Studierenden, ihren Freund Gen in seiner abgelegenen Berghütte zu besuchen. Die übrigen drei machen sich Sorgen, können ihre Freunde aber nicht von ihrem Plan abbringen. Sie kehren in ihre Lodge zurück und warten auf die beiden Nachzügler. Am Abend bricht ein Schneesturm aus. Der Wirt versucht Gens Hütte telefonisch zu erreichen, doch es kommt keine Verbindung zustande. Da betritt plötzlich die mysteriöse Chika, eine in Felle gekleidete junge Frau, das Gasthaus. Sie erklärt, auf dem Weg zu Gens Hütte werde es in Kürze eine Lawine geben. Und tatsächlich donnert wie zur Bestätigung in Hörweite der Lodge eine Lawine herab. Fast zeitgleich klingelt das Telefon. Aus der Leitung sind nur Schreie und ein Schuss zu hören. Chika verschwindet so plötzlich im wirbelnden Schnee, wie sie gekommen ist.

Am nächsten Tag treffen die Studierenden in Begleitung der Polizei bei Gens Hütte ein. Im Inneren finden sie den toten Gen. Riesige Fußspuren führen von der Hütte weg, und in der Nähe liegt die Leiche des vermissten Kaji im Schnee. Die Suche nach Kiyoshi, dem zweiten Vermissten, dauert bis in die Nacht an, bleibt aber erfolglos.

Im Frühjahr, nach der Schneeschmelze, kehren die übriggebliebenen drei Studierenden in die Berge zurück, um erneut nach Kiyoshi zu suchen. Mitgebracht haben sie den Zoologen Dr. Koizumi, der einen Verdacht hat, was die gigantischen Fußabdrücke angeht. 1951 hatte der britische Bergsteiger Eric Shipton auf dem Everest-Massiv Spuren im Schnee fotografiert, die er für Fußabdrücke des Yeti hielt. Dr. Koizumi glaubt nun, es könne in den japanischen Alpen einen Verwandten des haarigen Gesellen aus dem Himalaya geben. Der Zoologe heuert lokale Bergsteiger an, um nach dem Schneemenschen zu suchen. Unbemerkt heftet sich ein Trupp von Wilderern unter der Führung des ruchlosen Oba an die Fersen der Expedition.

Als ihnen klar wird, dass Koizumi sie ins Garan-Tal führt, folgen die Bergsteiger nur unwillig.  Aus diesem Tal, erklären sie, sei noch nie jemand lebend zurückgekehrt. Die Verletzung eines der ihren durch eine Gerölllawine nehmen sie zum Anlass, umzukehren. In der Nacht wacht die Studentin Machiko auf, während der Schneemensch sich über sie beugt. Im anschließenden Chaos verläuft sich Machikos Freund Takashi und stolpert in Obas Lager. Die Wilderer verprügeln Takashi und werfen ihn in eine Felskluft. Gerettet wird er von Chika, die den bewusstlosen Studenten in ihr Dorf bringt.

In dem Dorf wird der Schneemensch als Gott verehrt. Während Chika unterwegs ist, um dem Schneemenschen eine Opfergabe zu bringen, wird Takashi gefesselt und als Fressen für die Geier an einer steilen Felswand aufgehängt. Chikas Großvater, der Dorfälteste, befürchtet, Takashis Anwesenheit werde weitere Fremde in das Garan-Tal locken und der isolierten Existenz des Dorfes und seiner Gottheit ein Ende bereiten. Als Chika protestiert, wird sie von ihrem Großvater geschlagen.

Takashi wird ausgerechnet von dem Schneemenschen, der in einer Tropfsteinhöhle in der  Nähe haust, aus seiner üblen Lage befreit. Die Wilderer haben unterdessen die Höhle gefunden und entdeckt, dass der Schneemensch Nachwuchs hat. Sie fangen den Schneemenschen samt seinem Kind mit einem Netz, betäuben ihn mit Chloroform und sperren ihn in einen Käfig. Einmal aus der Betäubung erwacht,  ist es dem Schneemenschen allerdings ein Leichtes, sich aus der Gefangenschaft zu befreien. Er dezimiert die Wilderer, indem er sie teils erwürgt, teils lebend in eine tiefe Schlucht wirft. Jedoch gelingt es Oba kurz vor seinem Tod, das Schneemenschenkind mit einem Schuss zu töten.

Der Schneemensch bettet sein Kind in einem Raum der Höhle zur Ruhe, in dem bereits zahlreiche Knochen lagern. Daraus wird deutlich, dass der Schneemensch nun der letzte seiner Art ist. Rasend vor Wut zerstört er das Dorf, dessen Bevölkerung er offenbar die Schuld an dem Schlamassel gibt. Chika kann sich retten, aber ihr Großvater wird unter den Trümmern seiner Hütte begraben.

Takashi hat sich wieder zu seiner Expedition durchgeschlagen und berichtet von seinen Erlebnissen. In der Nacht entführt der Schneemensch Machiko aus dem Camp. Anderntags finden die Expeditionsmitglieder Chika, die alleine in den rauchenden Ruinen des Dorfes trauert. Sie führt sie zur Höhle des Schneemenschen. Im Inneren finden sie die sterblichen Überreste Kiyoshis, daneben sein Tagebuch. Sie erfahren daraus, dass Kiyoshi von der Lawine verschüttet, aber von dem Schneemenschen gerettet wurde. In der Höhle erlag er dann seinen Verletzungen.

In der Tiefe des Berges stoßen sie auf den Schneemenschen, der Machiko auf den Armen trägt. Hinter ihm ist nur noch ein mit brennendem Schwefel gefüllter Abgrund. Chika attackiert den Schneemenschen mit einem Messer, um Machiko zu retten. Es gelingt ihr, Machiko zu befreien, doch sie selber stürzt gemeinsam mit dem verletzten Schneemenschen in den Abgrund.

Eric Shiptons (reale) Fotos von (vermeintlichen) Yeti-Fußabdrücken am Mount Everest führten dazu, dass sowohl Hollywood als auch die britische Filmindustrie B-Movies über den »schrecklichen Schneemenschen« produzieren ließ. Da wollte Toho nicht nachstehen und schickte Ishiro Honda ins Rennen, um ebenfalls einen Yeti-Flick zu drehen. Half Human wurde Rücken and Rücken (und teils mit dem selben Team) mit Godzilla kehrt zurück produziert, doch nach getaner Arbeit entschied Toho plötzlich, den Film zurückzuhalten. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Möglicherweise war Toho die Idee eines isolierten Dorfes mitten in Japan, in dem barbarische Riten gepflegt und alle Fremden umgebracht werden, dann doch zu heikel. Schade ist es allemal, denn Half Human ist ein deutlich besserer Film als Godzilla kehrt zurück.

Konsequenterweise taucht der Schneemensch auch nie wieder in einem Toho-Film auf. Ihn bei einem der so beliebten Monsterkämpfe einzusetzen, wäre auch schwierig gewesen, denn er hat eine verhältnismäßig bescheidene Größe von etwa drei Metern. Zum Vergleich: Godzilla war zu dieser Zeit 50 Meter groß. Etwas traurig ist es dennoch, dass dem Schneemenschen keine weitere Filmkarriere beschieden war.

Ein skurriles Detail, selbst für Showa-Verhältnisse: Die Bergsteiger in Dr. Koizumis Expedition singen abends am Lagerfeuer »Muss i denn, muss i denn, zum Städtele hinaus«, komplett mit deutschem Text. Damit auch wirklich die echte Alpenstimmung entsteht.

Samstag, 6. Juli 2019

Godzilla vs. Megaguirus (2000)

[Godzilla: King of the Monsters habe einen dämlichen Plot, heißt es. Ja, was ist denn los mit der Jugend von heute? Dämliche Plots gehören zu Godzilla wie Käse auf die Pizza. Zu Dokumentationszwecken gebe ich nach und nach den Plot möglichst aller Godzilla-Filme wieder. Warum? Weil ich es kann. Und weil die Verästelungen der Godzilla-Saga einfach Spaß machen.]

Produktion: Toho  Pictures
Ära: Millennium
Regie: Masaaki Tezuka
Drehbuch: Hiroshi Kashiwabara, Wataru Mimura
Musik: Michiru Oshima

Der Film spielt in einem alternativen Zeitverlauf, in dem 1954 der Oxygen Destroyer nicht zum Einsatz kam. Der ursprüngliche Godzilla konnte sich deshalb lebend ins Meer zurückziehen, nachdem er Tokio zerstört hatte. Die japanische Regierung erklärt daraufhin Osaka zur neuen Hauptstadt. 1966 geht in Tokai der erste japanische Atomreaktor in Betrieb. Prompt taucht Godzilla wieder auf, zertrümmert den Reaktor und nährt sich von der austretenden Radioaktivität. Um Godzilla nicht mehr anzulocken, verbietet die Regierung die Nutzung von Nuklearenergie.

Der steigende Energieverbrauch setzt die Regierung jedoch unter Druck. In Osaka wird eine Forschungseinrichtung ins Leben gerufen, die eine saubere Energiequelle entwickeln soll, an der Godzilla kein Interesse hat. 1996 gelingt es, den ersten Plasmaenergiereaktor fertig zu stellen. Allein, Godzilla kümmern die feinen energiepolitischen Unterschiede nicht. Er zerlegt den Plasmareaktor in Osaka ebenso wie 40 Jahre zuvor das Atomkraftwerk.

Eine Einheit der Selbstverteidigungsstreitkräfte nimmt Godzilla mit Raketenwerfern unter Beschuss. Der Soldatin Kiriku Tsujimori gelingt es als einziger, einen sauberen Schuss auf den König der Monster abzugeben. Beim Rückzug wird die gesamte Einheit von herabstürzenden Gebäudetrümmern begraben. Tsujimori gehört zu den wenigen Überlebenden. Die Regierung untersagt nach dieser dritten Katastrophe die Nutzung der Plasmaenergie ebenso wie zuvor die der Nuklearenergie.

Fünf Jahre später hat Tsujimori eine Spezialeinheit aufgebaut, die G-Grasper, die sich der Erforschung und Bekämpfung Godzillas widmet. Die G-Grasper haben eine Waffe namens Dimension Tide entwickelt, die mittels Plasmaenergie ein Schwarzes Loch herstellt. Nun rekrutieren die G-Grasper den Mikroelektroniker Hajime Kudo, der helfen soll, die Waffe so zu verfeinern, dass der Durchmesser des Schwarzen Lochs zwei Meter nicht übersteigt. Kudo hat sich bisher damit befasst, winzige Roboter zu konstruieren, die für ihn Reis mit Currysauce in der Mikrowelle zubereiten. Für die Mitarbeit an einer Superwaffe gegen Godzilla ist er also bestens qualifiziert.

Die G-Grasper testen Dimension Tide an einem Gebäude, das wunschgemäß von dem Schwarzen Loch verschlungen wird. Allerdings hat das Schwarze Loch eine interdimensionelle Verzerrung hinterlassen, durch die eine Meganula in unsere Dimension eindringt. Die Riesenlibelle hinterlässt ein Ei, bevor sie wieder durch den Riss zwischen den Welten verschwindet.

Der Grundschüler Jun wohnt in der Nähe des Testgeländes und hat den Test heimlich beobachtet. Als er erwischt wird, verspricht er Tsujimori, sich von dem Gelände fernzuhalten. (Auf die Frage des kleinen Mistbocks, warum sie als Frau denn Godzilla bekämpfe, reagiert sie erstaunlich gelassen.) Natürlich hält Jun sich nicht an sein Versprechen, stöbert weiter herum und findet das Ei. Als begeisterter Insektensammler ist er entzückt und nimmt das Ei mit nach Tokio, wohin Juns Familie kurz darauf umzieht.

In Tokio stellt Jun fest, dass das Ei große Mengen Flüssigkeit absondert. Erschrocken wirft er es in einen Abwasserkanal. Dort schlüpfen zahlreiche Meganulons (die Larvenform der Meganula) aus dem Ei, kriechen aus der Kanalisation und beginnen, sich von der Bevölkerung Tokios zu ernähren. Sobald sie genug Nährstoffe aufgenommen haben, entpuppen sie sich zu Meganulas. Die Riesenlibellen überschwemmen die Kanalisation und legen haufenweise weitere Eier in ihr ab.

Der Gryphon, das mit allerlei Gadgets ausgestattete Flugzeug der G-Grasper, entdeckt den im Meer treibenden Kadaver einer Meganula. Tsujimori sieht sich das tote Rieseninsekt von einem Schlauchboot aus näher an und wird von Godzilla überrascht. Wer außer dem König der Monster sollte der Meganula auch den Garaus gemacht haben? Tsujimori übersteht die Begegnung und schafft es sogar, Godzilla einen Peilsender in den Schuppenpanzer zu feuern. Sie ist nun entschlossener denn je, Godzilla ein für alle Mal ein Ende zu bereiten.

Dimension Tide wird in die Erdumlaufbahn befördert. Kudos Warnung, die Waffe sei noch immer nicht ganz ausgereift, schlägt Tsujimori in den Wind. Godzilla soll durch gezielte Angriffe auf eine kleine Insel vor der Küste zugetrieben werden, wo Dimension Tide dann ein Schwarzes Loch auf den Giganten abfeuern wird.

Zunächst scheint der Plan zu gelingen. Doch als Godzilla die Insel betritt, fällt der gesamte Meganula-Schwarm über ihn her und saugt ihm Energie ab. Das Geschwirre der Libellenflügel stört die Zielvorrichtung von Dimension Tide. So plötzlich, wie sie gekommen sind, verschwinden die Meganulas wieder Richtung Tokio. Dimension Tide kann nun zielen und feuert ein Schwarzes Loch ab, doch vergebens. Als sich der Staub legt, ist Godzilla immer noch da.

Wieder in der überschwemmten Stadt, suchen die Meganulas den Kokon ihrer gigantischen Schwarmkönigin Megaguirus auf. Sie nähren den Kokon mit der Godzilla abgesaugten Energie und sterben. Megaguirus entpuppt  sich und richtet in Tokio gewaltige Verwüstungen an. Offenbar will sie Godzilla das Jagdrevier streitig machen.

Dank des Peilsenders wissen die G-Grasper, dass Godzilla ebenfalls auf dem Weg nach Tokio ist. Im Hafen kommt es zum Duell zwischen den beiden Monstern. Megaguirus setzt Godzilla mit ihrem Stachel zu und speit einen Feuerball, der den König der Monster von den Füßen fegt. Erst als er Megaguirus in einem geschickten Move den Stachel abbeißt, gewinnt er die Oberhand und kann die ungeheure Libelle per Hitzestrahl erledigen.

Nach seinem Sieg begibt sich Godzilla zu dem Forschungsinstitut, an dem einst das Plasmaenergieprogramm seinen Sitz hatte. Tsujimori erfährt, dass das Programm 1996 keineswegs eingestellt, sondern aus Profitgier heimlich weitergeführt wurde. Godzilla kann also weiterhin nahrhafte Energie in Tokio finden.

Der Satellit mit Dimension Tide an Bord droht, in der Erdatmosphäre zu verglühen. Kudo gelingt es, die Superwaffe ein letztes Mal schussbereit zu machen. Wieder wird ein Schwarzes Loch auf Godzilla abgefeuert. Und es scheint zu klappen: Der Gigant ist wie vom Erdboden verschwunden.

Nur Tsujimori bleibt misstrauisch. Als sie von auffälligen Erdbewegungen unter Tokio erfährt, rekrutiert sie Kudo erneut. Jun ist in der Schule, als es zu einem Erdbeben kommt und ein donnerndes »SkreeONK!« ertönt.

Godzilla gegen MechaGodzilla (1974)

[Godzilla: King of the Monsters habe einen dämlichen Plot, heißt es. Ja, was ist denn los mit der Jugend von heute? Dämliche Plots gehören zu Godzilla wie Käse auf die Pizza. Zu Dokumentationszwecken gebe ich nach und nach den Plot möglichst aller Godzilla-Filme wieder. Warum? Weil ich es kann. Und weil die Verästelungen der Godzilla-Saga einfach Spaß machen.]

Produktion: Toho Pictures
Ära: Showa
Regie: Jun Fukuda
Drehbuch: Jun Fukuda, Hiroyasu Yamamura
Musik: Masaru Sato

Dieser Film lief unter dem Titel King Kong gegen Godzilla in den deutschen Kinos. Weil darin vom großen Gorilla aber weit und breit nichts zu sehen ist, wurde anlässlich der DVD-Veröffentlichung der Titel in Godzilla gegen MechaGodzilla geändert. Dankenswerterweise. Ich halte mich hier an die inhaltlich zutreffende Titelvariante.

Wenn ein schwarzer Berg sich über den Wolken erhebt, wird ein Monster die Welt zerstören. Aber wenn der rote Mond sinkt und die Sonne im Westen aufgeht,werden zwei weitere Monster zur Rettung der Welt antreten.

Das entnimmt die junge Archäologin Saeko den Felsmalereien an den Wänden einer Höhle in Okinawa. Auch findet sie in der Höhle die Statuette eines Löwen. Der Bergbauingenieur Keisuke, dessen Team die Höhle gefunden hat, fliegt mit Saeko nach Tokio. Dort soll Keisukes Onkel, der bedeutende Archäologe Professor Wagusa, die Löwenfigur begutachten. Wagusa erklärt, es handele sich um eine Figur King Caesars, des Schutzmonsters von Okinawa.

Zur gleichen Zeit, ebenfalls in Okinawa, besichtigt Keisukes Bruder Masahiko eine Tropfsteinhöhle. Er findet ein seltsames Stück Metall. Professor Miyajima, der Vater von Masahikos Freundin Ikuko, findet heraus, dass es sich um ein Element extraterrestrischen Ursprungs handelt. Sinnigerweise trägt es den Namen SpaceTitanium.

Nami, die Prinzessin der Azumi, hat eine schreckenerregende Vision von einem bevorstehenden Monsterangriff. Als kurz darauf Godzilla vom Gipfel des Fuji herabsteigt, hält Japan den Atem an. Sollte etwa Godzilla das Monster sein, das die Welt vernichtet? Wo Godzilla im Lauf der letzten zehn Jahre gegenüber den Menschen doch zunehmend toleranter wurde?

Jetzt ist von diesem Gemütswandel nichts mehr zu merken. Godzilla greift zunächst Anguirus an und schlägt ihn in die Flucht. Dann macht er sich daran, eine Ölraffinerie zu zerstören. Fachleute hätten allerdings gleich aufhorchen müssen. Denn dieser Godzilla gibt kein charakteristisches »SkreeONK!« von sich, sondern ein metallisches Zischen. In Wahrheit steckt MechaGodzilla hinter dem Angriff, ein riesiger Cyborg aus SpaceTitanium und einer bionischen Schuppenhaut.

MechaGodzilla wird von Aliens kontrolliert, die die Erde erobern wollen. Die schimpansenartigen Außerirdischen (der Kürze halber nenne ich sie Außeraffen) leben mit Hautmasken getarnt unter den Menschen. Der Außeraffenchef heißt Kuronuma und raucht gerne Zigarren. Er steuert MechaGodzilla von einer geheimen Untergrundbasis aus. Die befindet sich in eben jener Tropfsteinhöhle, in der Masahiko das verdächtige Metallstück fand.

Der echte Godzilla ist stinksauer über den Doppelgänger. Während MechaGodzilla noch mit der Raffinerie beschäftigt ist, greift Godzilla an. MechaGodzilla verliert durch Godzillas Hitzestrahl seine bionische Haut und steht nun in seiner ganzen SpaceTitanium-Pracht da. Der Kampf der beiden Giganten geht unentschieden aus: Godzilla stürzt verwundet ins Meer. MechaGodzilla ist bewegungsunfähig.

Die Außeraffen kidnappen Professor Miyajima, Ikuko und Masahiko. Sie bedrohen Ikuko und zwingen den Professor, MechaGodzilla zu reparieren. Dann sperren sie die drei in eine Kammer ein, in der sie mit Wasserdampfstrahlen zu Tode gequält werden sollen. In letzter Sekunde werden sie von dem Interpol-Agenten Nanbara befreit, der den Außeraffen schon lange auf der Spur ist.

Saeko und Keisuke bringen die Löwenfigur per Schiff zurück nach Okinawa. Sie begeben sich zum Tempel der Azumi. Dort erfahren sie vom Hohenpriester, dass die Statuette auf dem Tempeldach platziert werden muss, wenn Okinawa in Gefahr ist. Gesagt, getan. Vom Dach aus schießen rote Strahlen aus den Augen der Figur. Sie öffnen das Tor einer Höhle, in der King Caesar ruht. Der Gesang der Prinzessin Nami weckt das Löwenmonster von Okinawa aus seinem Schlaf.

MechaGodzillas Laser können King Caesar nicht viel anhaben. Der Löwengigant hat bekanntlich die Fähigkeit, auf ihn abgeschossene Strahlen mit den Augen zu reflektieren. Aber die Raketen, die MechaGodzilla aus seinen Fingerspitzen abfeuert, machen Caesar schwer zu schaffen. Zum Glück treibt Godzilla nicht länger besinnungslos im Meer. Der König der Monster ist in ein Gewitter geraten und wird von einer Myriade Blitzen getroffen, die ihn wiederbeleben.

Godzilla tritt in den Kampf ein und wird von MechaGodzilla aus allen Rohren beschossen. Der König der Monster blutet aus zahlreichen Wunden. Aber MechaGodzilla wird seine metallene Beschaffenheit zum Verhängnis: Die Elektrizität der Blitze hat Godzilla magnetisch aufgeladen und zieht MechaGodzilla an. Während der SpaceTitanium-Roboter an Godzilla klebt, wird er von King Caesar mit den Pranken bearbeitet. Schließlich reißt Godzilla ihm den Kopf ab.

Professor Miyajima gelingt es (mit Unterstützung von Agent Nanbara), die Untergrundbasis zu zerstören und die Außeraffen endgültig außer Gefecht zu setzen. Godzilla verschwindet in den Tiefen des Meeres, und King Caesar zieht sich wieder in seine Höhle zurück.

Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah (1964)

[Godzilla: King of the Monsters habe einen dämlichen Plot, heißt es. Ja, was ist denn los mit der Jugend von heute? Dämliche Plots gehören zu Godzilla wie Käse auf die Pizza. Zu Dokumentationszwecken gebe ich nach und nach den Plot möglichst aller Godzilla-Filme wieder. Warum? Weil ich es kann. Und weil die Verästelungen der Godzilla-Saga einfach Spaß machen.]

Produktion: Toho Pictures
Ära: Showa
Regie: Ishiro Honda
Drehbuch: Shinichi Sekizawa
Musik: Akira Ifukube

Prinzessin Salina Salno, die Thronerbin des kleinen Himalaja-Königreichs Selgina, schwebt in Lebensgefahr. Ihr prosowjetischer Onkel plant einen Putsch gegen sie. Die Prinzessin will sich inkognito nach Japan begeben, wo der Polizeibeamte Shindo zu ihrem persönlichen Schutz abkommandiert wird. Jedoch wird in Salinas Flugzeug eine Bombe platziert. Eine Stunde nach dem Start explodiert die Maschine. Alle Welt hält die Prinzessin für tot. Was niemand weiß: Kurz vor der Detonation erscheint ein strahlendes Licht neben dem Flugzeug, und eine ätherische Stimme fordert Salina auf, sofort die Maschine zu verlassen. Wie in Trance öffnet Salina die Kabinentür und springt in die Tiefe.

Eine Gemeinde von UFO-Verrückten beobachtet vom Dach eines Wolkenkratzers in Yokohama den Sternenhimmel. Eine unerklärliche Hitzewelle im Januar hat die UFO-Gläubigen überzeugt, dass die Landung der Außerirdischen unmittelbar bevorsteht. Als weit und breit keine fliegenden Untertassen zu sehen sind, geben die streitsüchtigen UFO-Gläubigen der skeptischen Fernsehjournalistin Naoko, Shindos Schwester, die Schuld. Mit ihren »negativen Gehirnwellen« habe sie die Gäste von den Sternen vergrault. Bevor die Situation eskaliert, geht ein Meteoritenschauer über Japan nieder. Die UFO-Gemeinde sieht sich durch das Ereignis bestätigt.

Naoko ist noch nicht mit ihrem UFO-Feature fertig, als schon die nächste mysteriöse Geschichte ruft: Am Fuß des Aso-Vulkans tritt eine Prophetin in ärmlicher Kleidung auf. Sie prophezeit, Rodan, der seit 1956 im Aso begraben liegt, werde sich aus dem Krater des erloschenen Vulkans erheben. Tatsächlich steigt Rodan bald darauf in den Himmel.

Shindo ist wie vom Donner gerührt, als er anhand eines Zeitungsfotos in der Prophetin die totgeglaubte Prinzessin erkennt. Die Prophetin behauptet allerdings, dass sie vom Mars stammt. Shindo ermittelt auf eigene Faust und spürt einen alten Fischer auf, der die Prophetin im Meer treibend gefunden und ihr für einen goldenen Armreif seine Kleider überlassen hat. Auch der Onkel in Selgina schöpft Verdacht. Er schickt den fiesen Killer Malmess nach Japan, um der Sache auf den Grund zu gehen (so fies ist Malmess, dass er Tag und Nacht eine Sonnenbrille trägt).

Die Shobijin sind wegen eines Fernsehauftritts in Japan zu Gast. Zum Abschied geben sie an Deck des Dampfers, der die Feenzwillinge zurück nach Infant Island bringen soll, eine Pressekonferenz. Die Prophetin erscheint ebenfalls an Bord  und mahnt, das Schiff dürfe auf keinen Fall auslaufen – sehr zum Ärger des Kapitäns, der davon nichts hören will. Naoko versucht die Lage zu beruhigen, führt die Prophetin von Bord und besorgt ihr ein Hotelzimmer. Die Shobijin nehmen sich die Warnung zu Herzen und stehlen sich heimlich zurück an Land. Sehr zu Recht, denn auf See wird der Dampfer von Godzilla versenkt.

Malmess dringt mit seinen drei Goons in das Hotelzimmer der Prophetin ein. Sie werden aber im letzten Augenblick von den Shobijin vertrieben. Shindo befragt die Prophetin  und folgert, dass sie tatsächlich die Prinzessin Salina ist. An ihr irdisches Leben kann die Prophetin sich jedoch nicht erinnern. Sie ist überzeugt, Marsianerin zu sein.

Unterdessen geht Godzilla im Hafen von Yokohama an Land. Im Landesinneren trifft er auf Rodan. Die beiden beginnen aufeinander einzudreschen, bis ihnen die Schädel dröhnen.

Shindo lässt die Prophetin in der Klinik von Professor Tsukamoto psychiatrisch untersuchen. In der Klinik wartet sie mit einer dritten sinistren Prophezeiung auf: Vor langer Zeit sei das dreiköpfige Monster Ghidorah am Himmel des Mars erschienen. Es habe innerhalb weniger Monate die marsianische Zivilisation vollständig vernichtet und den Mars in einen toten Planeten verwandelt. Jetzt sei Ghidorah auf der Erde gelandet. Tsukamoto hypnotisiert die Prophetin und erfährt, dass sich vor Äonen einige Wesen vom Mars auf der Erde niedergelassen haben. Weil sie Verbindungen mit Erdlingen eingingen, verloren sie mit der Zeit alle übermenschlichen Gaben, bis auf eine: die Gabe der Prophezeiung. Jetzt sind die Marswesen lange tot, aber ihre Geister durchstreifen immer noch die Erde.

Das ist also des Rätsels Lösung: Prinzessin Salina ist vom Geist eines Marswesens besessen, das die Menschheit vor der Ankunft King Ghidorahs warnen will. Und natürlich trifft das Unheil ein. Eine Expedition, die den größten der in Japan eingeschlagenen Meteoriten begutachten soll, wird Zeuge, wie der Meteorit golden zu glühen beginnt. Das Gestein aus dem All verwandelt sich in den gewaltigen Weltraumdrachen Ghidorah, der sich sofort gen Tokio wendet.

In der Hauptstadt lädt die Regierung die Shobijin zu einer Krisensitzung ein, um die beiden Feen zu bitten, Mothra herbei zu rufen. Die Shobijin, die mittlerweile ein entspanntes Verhältnis zu Japan haben, entsprechen der Bitte gern. Aber sie warnen, Mothra allein werde King Ghidorah nicht gewachsen sein. Der beginnt unterdessen seinen Angriff auf Tokio.

Malmess und die Goons verfolgen die Prophetin-Prinzessin bis zu Tsukamotos Klinik und versuchen einen weiteren Mordanschlag. Zeitgleich zerstören Godzilla und Rodan im Zuge ihres fortwährenden Duells eine Hochspannungsleitung. In der Klinik fällt der Strom aus, der Professor lässt evakuieren und Salina entkommt mit Shindo. Die Meuchelmörder nehmen im Auto die Verfolgung auf. Sie werden jedoch auf einer Bergstraße unter Steinschlag begraben, den (wiederum) Rodan und Godzilla durch ihren Kampf ausgelöst haben. Nur Malmess überlebt und bleibt Salina auf den Fersen.

Mothra trifft als Larve in Japan ein, um Godzilla und Rodan zu überzeugen, eine Einheitsfront der irdischen Monster gegen Ghidorah zu bilden. Sie trennt die Streithähne, indem sie beide mit ihren Fäden einwebt. Aber Godzilla und Rodan stellen sich stur. Die Menschen hätten noch nie großes Verständnis für Monster gezeigt. Deshalb seien sie nicht bereit, für die Menschheit zu kämpfen. (Das ganze Gespräch wird freundlicherweise von den Shobijin synchron übersetzt.)

Mothra plädiert, droht und bittet, aber vergebens. Schließlich zieht sie allein gegen King Ghidorah in den Kampf. Godzilla und Rodan bleiben beschämt zurück. Wie erwartet, hat Mothra auf sich gestellt keine Chance. Jetzt endlich berappeln Rodan und Godzilla sich und werfen sich an Mothras Seite ins Getümmel. Es beginnt ein Kampf, der Gebirge einebnet und Wälder zu Asche werden lässt.

Malmess gelingt es, mit einem Präzisionsgewehr einen Schuss auf Salina abzugeben. Von der Kugel am Kopf gestreift, erlangt die Prinzessin ihr eigenes Bewusstsein wieder. Ein zweiter Schuss trifft Shindo, der sich vor die Prinzessin wirft, in den Arm. Bevor Malmess ein drittes Mal feuern kann, fällt er einer Gerölllawine zum Opfer, die der brachiale Monsterkampf ausgelöst hat.

Mit vereinten Kräften treiben Mothra, Godzilla und Rodan King Ghidorah in den Weltraum hinaus. Die Erde ist gerettet – vorerst. Mothra kehrt mit den Shobijin nach Infant Island zurück. Salina Salno besteigt ein Flugzeug nach Selgina, um ihr Erbe anzutreten. Rodan und Godzilla bleiben in Japan zurück.

Freitag, 5. Juli 2019

Godzilla (1998)

[Godzilla: King of the Monsters habe einen dämlichen Plot, heißt es. Ja, was ist denn los mit der Jugend von heute? Dämliche Plots gehören zu Godzilla wie Käse auf die Pizza. Zu Dokumentationszwecken gebe ich nach und nach den Plot möglichst aller Godzilla-Filme wieder. Warum? Weil ich es kann. Und weil die Verästelungen der Godzilla-Saga einfach Spaß machen.]

Produktion: TriStar Pictures
Ära: ?
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Dean Devlin, Roland Emmerich
Musik: David Arnold

Im Laufe der französischen Atomwaffentests auf dem Mururoa-Atoll wird ein Leguan radioaktiver Strahlung ausgesetzt und wächst zu einem 120 Meter langen Riesenvieh namens Zilla (zum Namen später mehr) heran. Jetzt sucht Zilla nach einem Brutplatz und macht sich auf den Weg nach New York. Auf dem Weg durch den Pazifik mampft die Riesenechse einen Fischtrawler nach dem anderen, denn Fische sind ihr Hauptnahrungsmittel.

Zilla überquert den amerikanischen Kontinent auf der Höhe von Panama und geht in der Karibik wieder zu Wasser. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Jamaika kommt Zilla in New York an, wo er sich in den U-Bahn-Schächten von Manhattan häuslich niederlässt. Das Militär lässt Manhattan evakuieren und fliegt Nick Tatopoulos ein, einen Experten der US-Strahlenschutzbehörde NRC. Nick warnt davor, dass Reptilien zahlreiche Eier auf einmal legen können, und fordert das Militär auf, nach einem möglichen Nest zu suchen.

Unterdessen leidet die Fernsehjournalistin Audrey Timmonds daran, dass sie im Schatten ihres überheblichen und sexistischen Chefs steht, des Nachrichtensprechers Charles Caiman. Audreys Kollege, der Kameramann Animal, fordert sie auf, rücksichtsloser zu werden, anderenfalls werde sie es im New Yorker Medienzirkus nie zu etwas bringen.

Audrey überwindet ihre Skrupel, klaut den Presseausweis ihres Chefs und begibt sich ins Sperrgebiet zu Nick, der (so ein Zufall) ihr Ex ist. Sie stibitzt ihm eine Videokassette, die Informationen über Zillas Herkunft enthält. Darauf zu sehen ist ein alter japanischer Seemann, der Zilla mit einem sagenhaften Seeungeheuer namens Gojira gleichsetzt. In der anschließenden Nachrichtensendung gibt Caiman, der Mistkerl, sich selbst als Entdecker des Videos aus, ohne Audrey auch nur zu erwähnen.

Nick fällt bei den Militärs in Ungnade, als herauskommt, dass ihm das Video abhanden gekommen ist. Seine Warnung, dass Zilla dabei sei, sich zu reproduzieren, wird in den Wind geschlagen. Als er versucht, New York zu verlassen,  wird er von dem Franzosen Philippe Roaché gekidnappt. Der ist Agent des französischen Geheimdienstes DGSE und leitet ein Team, das mit Schadensbegrenzung (und Vertuschung) in Sachen Zilla beauftragt ist. Um über die diesbezüglichen Pläne des US-Militärs auf dem Laufenden zu bleiben, haben Philippes Leute das Naheliegendste überhaupt getan – und zwar haben sie heimlich den New Yorker Bürgermeister verwanzt, der bei allen Lagebesprechungen zugegen ist.

Philippe teilt Nicks Einschätzung, dass Zilla in jedem Fall vom Brüten abgehalten werden muss. Verkleidet als US-Soldaten dringen Nick und die Franzosen nach Manhattan ein und entdecken, dass Zilla in der U-Bahn-Station Madison Square Garden Dutzende von Eiern gelegt hat. Natürlich sucht Zillas Nachwuchs sich genau diesen Moment zum Schlüpfen aus. Philippes Leute sind umzingelt und werden von den hungrigen, bereits über zwei Meter großen Mini-Zillas dezimiert. Allein Nick und Philippe entkommen und treffen auf Audrey und Animal, die dem französischen Team heimlich gefolgt sind.

Das Militär versucht inzwischen, Zilla in den Central Park zu locken, um ihn dort mit Hubschraubern und Panzern anzugreifen. Zilla flüchtet sich in den Hudson River, wo er von U-Booten mit Torpedos beschossen wird. Nach einem Volltreffer sind die Militärs überzeugt, Zilla erlegt zu haben. Audrey und Animal filmen die Mini-Zillas und senden die Aufnahmen direkt ans Fernsehen. Endlich überzeugt, lassen die Militärs Madison Square Garden aus der Luft bombardieren. Nick und Audrey versöhnen sich. Zilla, der natürlich nicht tot ist (was sind schon ein paar Torpedos?), taucht wieder auf und ist über den Kindermord äußerst erzürnt. Es gelingt Nick und Philippe (mit Audrey und Animal im Schlepptau), den rasenden Zilla auf die Brooklyn Bridge zu locken, wo er sich in den Stahlseilen der Brücke verheddert. Unter dem Beschuss von F-18s hat Zilla keine Chance mehr.

Zu diesem ersten Versuch, Godzilla in Hollywood heimisch werden zu lassen, sind einige Anmerkungen nötig. Denn der Film ist ein Debakel, so viel steht fest. Sein Protagonist hat nichts gemein mit dem König der Monster, sondern ist (das muss festgehalten werden) lediglich eine überdimensionierte Eidechse. Produzent und Drehbuchautor Dean Devlin hatte sich in den Kopf gesetzt, einen völlig neuen Godzilla zu erschaffen, ohne auf den Toho-Mythos zurückzugreifen. Roland Emmerich wiederum war nicht gerade ein ausgesprochener Godzilla-Fan und sah den Film eher als Auftragsarbeit. Heraus kam ein Machwerk von einer Hirnlosigkeit, wie Toho es sich selbst zu den trashigsten Zeiten der Showa-Ära nicht erlaubt hätte. Einziger Lichtblick ist Jean Reno, der in der Rolle des Philippe herrlich überdreht agiert (nicht bierernst wie der Rest des Casts).

Eigentlich sollte der Film als Auftakt zu einem westlichen Godzilla-Reboot dienen. (Zu erkennen daran, dass in der letzten Szene ein überlebender Mini-Zilla auftritt.) Nach vernichtenden Kritiken wurden die geplanten Sequels abgeblasen, und Toho, nicht verlegen, startete schon im folgenden Jahr seine Millennium-Staffel. In der wurde etabliert, dass Zilla ein eigenständiges Monster ist, das die Amis lediglich mit Godzilla verwechselt haben.

Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht (1965)

[Godzilla: King of the Monsters habe einen dämlichen Plot, heißt es. Ja, was ist denn los mit der Jugend von heute? Dämliche Plots gehören zu Godzilla wie Käse auf die Pizza. Zu Dokumentationszwecken gebe ich nach und nach den Plot möglichst aller Godzilla-Filme wieder. Warum? Weil ich es kann. Und weil die Verästelungen der Godzilla-Saga einfach Spaß machen.]

Produktion: Toho Pictures
Ära: Showa
Regie: Ishiro Honda
Drehbuch: Takeshi Kimura
Musik: Akira Ifukube

Dieser Film ist an allem schuld: Sein Erfolg an den Kinokassen sorgte dafür, dass von nun an sämtliche Toho-Produktionen der Showa-Staffel in ihrer deutschen Fassung den Namen Frankenstein im Titel tragen mussten. Doch schnell zur Handlung.

Deutschland gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Wehrmacht dringt in Dr. Riesendorfs Labor ein und entwendet eine Kiste, in der sich nichts weniger als das schlagende Herz von Frankensteins Monster befindet. Ein U-Boot der Kriegsmarine transportiert das Herz von Kiel nach Hiroshima. (Welchen Zweck ein solcher Transport kurz vor Kriegsende haben soll, vergisst der Film übrigens zu erklären. Aber gut, Nazis treffen nun mal irrationale Entscheidungen, oder etwa nicht?)

In Hiroshima wird das Herz in ein militärisch gesichertes Labor gebracht. Aber just in dem Moment, als ein japanisches Team mit der Untersuchung des Herzens beginnen will, wird die Atombombe über Hiroshima abgeworfen. Shit happens.

Fünfzehn Jahre später werden die nächtlichen Straßen Hiroshimas von einem affenähnlichen, Knurrlaute ausstoßenden Jungen heimgesucht, der ein Haustier nach dem anderen verputzt. Als die Polizei den Jungen in einer Höhle aufstöbert, bringt sie ihn in eine Klinik für Strahlenopfer. Dort wird er von Dr. James Bowen und seiner Assistentin Dr. Sueko Togami in Obhut genommen. (James steht dafür ein, dass der Film sich geradezu verbiegt, um nicht antiamerikanisch zu sein. Der junge Arzt wird als Atomwaffengegner aus den USA dargestellt, der eigens nach Hiroshima gekommen ist, um für die Opfer des US-Atombombenabwurfs tätig zu werden.)

James und Sueko finden heraus, dass der Junge (der eine gewisse Ähnlichkeit mit Boris Karloff hat) stark verstrahlt ist, jedoch nicht das geringste Anzeichen von Strahlenkrankheit aufweist. Neben seiner Haustierdiät weist er auch sonst ein für einen Teenager eher seltsames Verhalten auf: Als im Fernsehen ein Rock’n’Roll-Konzert übertragen wird, reagiert er äußerst ablehnend und wirft den Fernseher aus dem Fenster. James und Sueko bemerken, dass der Junge in rasantem Tempo wächst. Wegen seiner gewaltigen Körperkraft müssen sie ihn in eine Zelle einsperren. James und sein Team bitten die Öffentlichkeit um Hinweise zur Identität des Jungen.

Der ehemalige Marineoffizier Kawai, der für den Transport des Herzens in das Militärlabor zuständig war, hat eine Ahnung, dass ein Zusammenhang mit dem Jungen bestehen könnte. Bevor er nach Hiroshima reisen kann, hat er jedoch ein erschütterndes Erlebnis: Die Ölraffinerie, in der er arbeitet, wird von einem Erdbeben zerstört. Ein riesiger Erdspalt tut sich auf, und Kawai erblickt kurz das Haupt der feuerspeienden Riesenechse Baragon.

Endlich in Hiroshima angekommen, berichtet Kawai von seinem seltsamen Auftrag in den letzten Kriegstagen. James schickt unverzüglich seinen Mitarbeiter Dr. Kawaji nach Frankfurt am Main, um Riesendorf zu befragen. Der erläutert, dass das Herz von Frankensteins Monster unsterblich ist und aus sich heraus einen neuen Körper ausbilden kann. Riesendorf empfiehlt, dem Affenjungen von Hiroshima einen Arm oder ein Bein zu amputieren. Wenn das entfernte Glied nachwachse, handele es sich eindeutig um Frankensteins Monster. Wieder in Japan, will Dr. Kawaji sofort zur Tat schreiten, doch Sueko ist strikt gegen die Durchführung des ethisch fragwürdigen Experiments.

Während James und Sueko ein Date haben, macht Dr. Kawaji sich dennoch ans Werk. Er lädt sogar ein Filmteam zu der geplanten Operation ein. Aber als die Fernsehleute die Zelle ausleuchten wollen, wird das mittlerweile baumgroße Monster sauer, haut seine Peiniger zu Klump und entkommt aus der Klinik. Als sie die zertrümmerte Zelle durchsuchen, entdecken James und Sueko auch, wie genau das Monster sich befreit hat: Um seine Fessel loszuwerden, hat es sich eine Hand abgerissen – und die Hand ist noch am Leben.

Das befreite Monster (natürlich mit nachgewachsener Hand) treibt sich in diversen Städten herum und hat seine alte Gewohnheit des Verspeisens von Haus- und Nutztieren wieder aufgenommen. Zwischendurch schwimmt es auch im lauen Meer und erschreckt die Fahrgäste der Ausflugsboote. James und Sueko ringen mit der Polizei, die scharfe Gewalt gegen das Monster anwenden will. Aber auch Dr. Kawaji plädiert dafür, das Monster zu töten.

Unterdessen läuft Baragon in den japanischen Alpen Amok. Zuerst zerstört er eine Kneipe, in der gerade ein Surfrock-Konzert stattfindet (sehr flotter Sound übrigens). Dann fällt er über einen Bauernhof her und frisst den gesamten Viehbestand auf. Da bislang niemand außer Kawai Baragon gesehen hat, fällt der Verdacht natürlich auf Frankensteins Monster. Der Verdacht erhärtet sich, als das Monster ganz in der Nähe der Verwüstungen in seinem Versteck, einem verlassenen Weltkriegsbunker, aufgespürt wird. Soldaten eröffnen das Feuer auf das Monster, das jedoch entkommt. Mittlerweile überragt es die Baumwipfel.

Da tritt Kawai vor die Presse und erklärt, dass ein zweites Riesenungeheuer in Japan sein Unwesen treibe. Als er ausgelacht wird, wendet er sich an einen Paläontologen und teilt ihm seine Überlegungen bezüglich Baragons mit. Dieser sei ein Dinosaurier, der dank seiner Fähigkeit, sich tunnelgrabend unter der Erde zu bewegen, das große Aussterben überlebt habe. Der Paläontologe hält Kawai für verrückt. Nur James und sein Team schenken dem frustrierten Kawai Glauben.

Als Dr. Kawaji im Alleingang in die Berge aufbricht, um Frankensteins Monster mit Granaten zu erlegen, scheucht er statt dessen Baragon aus einem Erdversteck auf. Bevor dem Arzt etwas Ernstes zustößt, geht das Monster selbstlos dazwischen und nimmt den Kampf mit Baragon auf. Es schlägt den Riesendino in die Flucht und trägt Dr. Kawaji eigenhändig aus der Gefahrenzone.

Als Baragon drauf und dran ist, ein Bergdorf anzugreifen, wirft Frankensteins Monster sich ihm erneut entgegen. Baragon malträtiert das Monster mit seinem Feuerstrahl, dieses rächt sich, indem es Baragon mit Felsbrocken und ausgerissenen Bäumen bewirft. Endlich gelingt es dem Monster, Baragon das Genick zu brechen. Doch der epische Kampf hat nicht nur die bewaldeten Hänge der japanischen Alpen in Brand gesetzt, sondern auch ein Erdbeben ausgelöst. Gemeinsam mit Baragons Leichnam versinkt das Monster in den Tiefen der Erde. Erschüttert sehen James, Sueko und Dr. Kawaji aus der Ferne zu.

Foto-Disclaimer

Das Foto im Blog-Header wurde freundlicherweise von Sandra Rugina zur Verfügung gestellt. Es zeigt den Bâlea-See in den rumänischen Karpaten. Alle Rechte liegen bei der Autorin.