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Samstag, 6. August 2016

The Meek, it’s aliiive! (und ein bisschen The Nameless City)

Ich hatte vor einer Weile schonmal meinen Lieblings-Webcomic empfohlen: The Meek von Der-Shing Helmer* – damals stuk der Comic aber in einer jahrelangen Pause. Das hat sich erledigt, seit die Autorin und Künstlerin seit letztem Jahr über Patreon crowdgefundet wird. (Spannende Zeiten für Kreativlinge – N. K. Jemisin hat ja auch kürzlich ihren Hauptberuf durch Crowdfunding-Mäzenatentum ersetzt.) Da gerade dieser Tage erst gelesen, muss ich auch sagen, schon die bisher vollständigen Kapitel von The Meek übertreffen The Nameless City von Faith Erin Hicks – obwohl letzteres beworben wird mit dem Blurb “sharp observations about power and history” finden sich darin m.E. wenig tiefschürfende Darstellungen dieser Thematik. Da bringt The Meek quasi mehr auf weniger Seiten unter (ohne einen zu direkten Vergleich aufmachen zu wollen).

Jetzt ist es auch so weit, die ersten drei Kapitel als Printcomic herauszubringen – auch dies mittels Crowdfunding. Das Finanzierungsziel wurde schon in den ersten sieben Stunden erreicht, nächsten Januar gibt’s dann einen feinen, überarbeiteten (und voraussichtlich erweiterten) Comic als Hardcover.

Ich finde am Webcomic-Format schon lange faszinierend, dass sich hier kostenfreie Erstveröffentlichung und spätere ›Monetarisierung‹ nicht ausschließen.

* Auch ihren zweiten Webcomic, Mare Internum, near-future SciFi, Science-Fantasy, und Drama, finde ich sehr lesenswert.

Sonntag, 29. Juli 2012

Projekt zur Rettung des Valashu-Epos

In der anglophonen Bücherwelt ist Crowdfunding ein beliebtes Mittel zur Veröffentlichung von Büchern, denen anderweitige Publikationswege versperrt sind. Erfolgreich angewandt wird es insbesondere zur Veröffentlichung von Anthologien, die sich notorisch schlecht verkaufen bzw. oft nur von Liebhaber_innen wahrgenommen werden.

In Deutschland versucht sich seit einigen Wochen Susanne Gerold als Pionierin auf diesem Gebiet. Gerold (Übersetzerin u.a. von Kate Elliott, Raymond Feist und Cinda Williams Chima) hat sich zum Ziel gesetzt, eine deutsche Fassung des Abschlussbandes von David Zindells Ea Cycle durch Crowdfunding zu ermöglichen. Unter dem Gesamttitel Das Valashu-Epos sind die ersten drei Bände (Der magische Stein, Der Herr der Lügen, Der verfluchte Wald) 2003–06 bei Blanvalet erschienen und verkauften sich mäßig. Zur Übersetzung des finalen Bandes The Diamond Warriors (HarperCollins 2007) kam es dann nicht mehr.

Susanne Gerold, die nicht nur die ersten drei Bände übersetzt hat, sondern auch ein großer Fan von Zindells Reihe ist, hat für ihr Projekt eigens eine Internetseite und ein Blog eingerichtet. Direkt zur Seite der Crowdfunding-Plattform Startnext, auf der man alle Infos erhält und das Übersetzungsvorhaben unterstützen kann, geht es hier. Ebenfalls von Interesse ist ein Interview zum Thema, das Gerold dem Blog von Madame Books gab.

Das Valashu-Epos wird von Gerold als »spirituelle Fantasy« bezeichnet. Es ist der New-Age-Charakter seines Werkes, der dafür verantwortlich ist, dass ich mich bislang nicht aufraffen konnte, Zeit auf Zindells Bücher zu verwenden. Gerolds Vorhaben finde ich dennoch unterstützenswert, ist doch offenkundig, mit wieviel Liebe und Beharrlichkeit sie ihr Projekt verfolgt. Es war China Miéville, der in einem völlig anderen Zusammenhang gesagt hat, Zeuge einer Liebesgeschichte zu sein, sei immer bewegend, »even if you’re not over-fond of one of the lovers«. Das ist nicht nur wahr, es beschreibt auch ziemlich gut meine Gefühle gegenüber diesem Projekt: So suspekt mir Zindells »spirituelle« Botschaften auch sein mögen – wie könnte es mich kalt lassen, wenn Gerold schreibt, sie habe an die 60 Bücher übersetzt, es habe sie aber »noch keines davon so sehr berührt« wie Zindells Zyklus, dessen abschließender Band »einen Platz in der Welt« verdient habe?

Das Projekt richtet sich in erster Linie an Leser_innen, die bereits von Zindell begeistert sind, oder aber an solche, die Zindell noch nicht kennen, im Valashu-Epos aber ihre Leseinteressen wiedergespiegelt sehen. Interessant ist es aber auch einfach für Leute wie mich, die ein Liebhaberprojekt wie dieses für unterstützenswert halten. Wessen Interesse geweckt ist, die oder der möge sich auf den verlinkten Seiten umschauen.

Foto-Disclaimer

Das Foto im Blog-Header wurde freundlicherweise von Sandra Rugina zur Verfügung gestellt. Es zeigt den Bâlea-See in den rumänischen Karpaten. Alle Rechte liegen bei der Autorin.