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Mittwoch, 26. April 2017

Das Problem normativer Genredefinitionen

Was ist der Unterschied zwischen Fantasy und Science Fiction? David Brin hat da klare Präferenzen:
For all the courage and heroism shown by fantasy characters across 4000 years of great, compelling dramas – NOTHING EVER CHANGES! No, the root element is right there in that word »change.« Science fiction borrows many elements from the mother genre – fantasy – elements of boldness and the fantastic that date back to Homer and Gilgamesh. But sci fi then rebels against all literary foundations by embracing change. Even when it warns against BAD change it is relishing, exulting, expanding upon what Einstein called the »gedankenexperiment« or thought experiment: What if? When SciFi goes »whatif« it takes the sacred word seriously.
Veränderung finden wir alle (mit Ausnahme von Botho Strauß vielleicht) mehr oder weniger gut. Es macht zwar wenig Sinn, von einem Zeitraum von 4000 Jahren auszugehen, weil unser kulturelles Gedächtnis so weit nicht zurück reicht, aber nehmen wir die letzten 500 Jahre: Da gab es u.a. die Französische Revolution, die Entdeckung des Penicillins und die von Arbeiter_innen erkämpfte Einführung einiger sozialer Mindeststandards. Wenn wir ziemlich genau 500 Jahre zurückgehen, landen wir in der Zeit des gerade allerorten bewunderten Martin Luther. 1524 erhob sich in Teilen Deutschlands die verelendete bäuerliche Bevölkerung, um für die Einführung ganz ähnlicher Mindeststandards zu kämpfen, wie wir sie heute für selbstverständlich nehmen. Einige deutsche Fürsten wandten sich an den Theologen ihres Vertrauens – eben an Luther – um Rat. Luther entschied, die einfachste und gottgefälligste Lösung für das Problem sei es, die rebellierenden Bauern umzubringen, und die dankbaren Fürsten schritten umgehend zur Tat. Und, würde also irgendjemand gern in einer Welt leben, die noch so ist wie vor 500 Jahren? Ich jedenfalls nicht.

Nun meint David Brin, Fantasy feiere genau die feudalistische Welt von vor 500 Jahren, die in einem ziemlich unangenehmen Licht erscheint, wenn man sich vorstellt, in ihr Bäuerin oder Bergarbeiter gewesen zu sein:
Fantasy has its attractions. Something about feudalism resonates, deep inside us. We fantacize about being the king or wizard. It’s in our genes. We are all descended from the harems of the guys who succeeded at that goal. The core thing about fantasy tales is that, after the adventure is done and the bad guys are defeated... the social order stays the same. It may be the natural genre... but should we be proud of that?
Ich lasse den Quatsch über Gene und Harems mal beiseite. Ich glaube nicht, dass Brin mit seiner Charakterisierung von Fantasy als feudalistisch recht hat. Fantasy wimmelt nur so von Königen und Zauberern, aber sie bildet nicht ernsthaft eine feudalistische Gesellschaftsordnung ab. Fantasy weist auch nicht direkt auf Homer und das Gilgamesch-Epos zurück. Fantasy leitet sich vom Märchen her, über das F. K. Waechter mal sagte: »Früher waren Märchen etwas ganz Realistisches. Das einzige Unrealistische daran war dieser Zauberkick, den man brauchte, weil die Wirklichkeit so hart war, dass man da sonst nicht raus kam. Die Tochter des Königs zur Frau zu kriegen, war etwas völlig Verblasenes. Es muß früher sehr viel Gelächter unter den Zuhörern hervorgerufen haben.« Unter realfeudalistischen Verhältnissen heiratete der besitzlose drittgeborene Sohn eben nicht die Prinzessin, und der Zauberkick des Märchens bestand darin, zur Freude des Publikums zu erzählen, wie das Unmögliche eben doch passierte.

Das bedeutet natürlich nicht, das Märchen revolutionär im eigentlichen Sinne sind. Sie hinterfragen in der Regel nicht, dass es Könige gibt. Statt die soziale Hierarchie abzuschaffen, stellen sie sie auf den Kopf. Vielleicht lässt sich sagen, dass Märchen revolutionär und nostalgisch zugleich sind. Für die Langform des Märchens existiert im Deutschen keinen literaturkritischen Begriff, dafür aber im Englischen: romance. Es gibt keine treffendere Charakterisierung von romance als die des bedeutenden Literaturtheoretikers Northrop Frye:
The romance is nearest of all literary forms to the wish-fulfilment dream, and for that reason it has socially a curiously paradoxical role. In every age the ruling social or intellectual class tended to project its ideals in some form of romance, where the virtuous heroes and beautiful heroines represent the ideals and the villains the threats to their ascendancy. This is the general character of chivalric romance in the Middle Ages, aristocratic romance in the Renaissance, bourgeois romance since the eighteenth century, and revolutionary romance in contemporary Russia. Yet there is a genuinely “proletarian” element in romance too which is never satisfied with its various incarnations, and in fact the incarnations themselves indicate that no matter how great a change may take place in society, romance will turn up again, as hungry as ever, looking for new hopes and desires to feed on. The perennially child-like quality of romance is marked by its extraordinarily persistent nostalgia, its search for some kind of imaginary golden age in time or space.
Legt man statt Fantasy romance als Begriff zugrunde, erhält man in der Tat eine literarische Genealogie, die mit der heroischen Epik des Altertums beginnt, über den höfischen Roman des Mittelalters und der Renaissance reicht, bis sie beim neuzeitlichen Märchen und – seit dem 19. Jahrhundert – schließlich bei der modernen Fantasy ankommt. So gesehen ist romance das »mother genre« oder »natural genre«, von dem Brin spricht. Und wenn es auch kein exaktes deutsches Wort für romance gibt, gibt es doch das Adjektiv ›romantisch‹, das genau die paradoxe Qualität von romance bezeichnet: nostalgisch und revolutionär zugleich zu sein. Die Aussage ist nicht, wie Brin meint: Es gibt keinen Wandel, sondern vielmehr: Wie groß der Wandel auch sein mag, es gibt immer die noch ungestillte Hoffnung auf einen größeren Wandel.

Brin will im Grunde nichts anderes sagen, als das Fantasy zwar irgendwie faszinierend, aber letztlich doof ist, und SF das eigentlich interessante Genre. Er erreicht das, indem er der Fantasy das Element des Nostalgischen zuweist und der SF die Lust am Wandel. Brin teilt die beiden paradoxen Elemente der romance einfach auf die beiden Genres auf. Das mag seinen persönlichen Vorlieben entsprechen, taugt aber kaum für eine einigermaßen objektive Verhältnisbestimmung von SF und Fantasy.

Donnerstag, 28. Mai 2015

RoboCop 2014

Mark Bould hat eine sehr übersichtliche Rezension zu José Padilhas RoboCop geschrieben: “[T]he very best thing is that in the tagline at the top of the poster, very first word, they spelt ‘cinema’ wrong…” Die Tagline lautet:


Ich fasse mich noch kürzer: Schnitte man die Szenen mit Samuel L. Jackson als rechter Pundit zusammen, bekäme man eine nette Politsatire.

Samstag, 15. Februar 2014

Eine Petition für die Einführung des Goldenen Zeitalters?

Ich wollte eigentlich nichts über diesen schlechten Witz schreiben. Ich will mich auch gar nicht ausführlich mit dem Inhalt der ›Petition‹ befassen. Warum ich doch ein paar Sätze dazu schreibe, hat eher mit einer grundsätzlicheren Frage zu tun, die seit einer Weile in meinem Kopf rumort.

Es geht wieder einmal um SFWA, die Science Fiction and Fantasy Writers of America, eine Berufsorganisation, die ich in einem anderen Zusammenhang schon einmal erwähnt habe. SFWA gibt ein Bulletin für Mitglieder heraus, dessen 200. Ausgabe letztes Jahr für einen Eklat sorgte. Das lag einerseits an der Coverillustration, im Vergleich zu der die schlechtesten 80er-Jahre-Fantasy-Buchumschläge künstlerische Höchstleistungen darstellen. Das eigentliche Problem war jedoch eine Kolumne von Barry N. Malzberg und Mike Resnick, zwei verdienten Autoren, die die SFWA-Plattform nutzten, um sich in nostalgischen Reminiszenzen über die gute alte Zeit™ zu ergehen, und zwar indem sie sich darüber ausließen, wie heiß ihre Verlegerin damals™ im Bikini ausgesehen habe. Natürlich wurde Kritik an diesen mit Sabber im Mundwinkel vorgebrachten Wichsfantasien laut. Malzberg und Resnick reagierten, indem sie mit vollen Händen Scheiße auf den Ventilator warfen: Die Kritik komme von anonym auftretenden »liberal fascists«, die mittels »thought control« eine Diktatur wie die von Stalin oder Mao errichten wollten – nein, das sind keine ironischen Übertreibungen meinerseits, sondern Malzbergs und Resnicks Worte. Das Ergebnis ist, dass Jean Rabe, die Redakteurin des Bulletins, von ihrem Posten zurücktritt. Die Organisation kündigt an, Mittel und Wege zu ersinnen, wie man die Inhalte des Bulletins einer Qualitätskontrolle unterwerfen könne. Immerhin versteht SFWA sich als professionelle Organisation, die Schriftsteller_innen in beruflichen Angelegenheiten zur Seite stehen möchte, und es ist nicht einsichtig, was Malzbergs und Resnicks Altherrensexismus zu diesem Ziel beitragen könnte. Das hätte es also gewesen sein können. Wenn es nicht Dave Truesdale gäbe.

Truesdale verfasste die oben verlinkte Petition an SFWA. Er selber ist kein Mitglied der Organisation, sondern eine früher mal recht einflussreiche, zwischenzeitlich aber in der Versenkung verschwundene Fandom-Persönlichkeit. Nun möchte ich niemandem zumuten, Truesdales mäandernde Ausführungen komplett zu lesen, um meinen Post verstehen zu können, und fasse deshalb kurz zusammen: Truesdale hängt sich an einer Bemerkung des SFWA-Präsidenten Steven Gould auf, derzufolge der Inhalt des Bulletins den »needs of the organization« zu dienen habe. Truesdales pathosgeladene Antwort:
Whenever I hear phrases like “for the good of the membership” or “for the good of the people” coming from any voice of authority, I immediately take a step back and wonder who decides what is good and what is to be deemed “not acceptable”? Most of the time words like the above come from political dictators afraid of any media spouting anything contrary to party line, and thus squelching freedom of speech.
Truesdale vermischt hier zwei Dinge von sehr unterschiedlicher Bedeutung: a) diktatorische Systeme, die die Redefreiheit unterdrücken, und b) eine nichtstaatliche Organisation, die selbst entscheiden kann, was sie in ihren Publikationen sehen möchte und was nicht. Er vermutet, SFWA wolle eine Art interne Zensurbehörde etablieren, um den Inhalt des Bulletins ›politisch korrekt‹ zu gestalten, und will mit seiner Petition dagegen protestieren. Truesdales Text schließt mit der Versicherung, die Sache, um die es gehe, sei »most decidedly not one of Left vs. Right«. Es greift die alte politische Faustregel: Wann immer jemand behauptet, ein Anliegen sei keine Sache von links oder rechts, handelt es sich um ein Anliegen von rechts, oder genauer um ein konservatives (dazu unten mehr). In diesem Fall handelt es sich zudem um eine irreale Angelegenheit, denn gestern veröffentlichte der SFWA-Präsident eine Richtigstellung:
[T]he editor of the Bulletin will not have to go to any selection or editorial review board to approve material. [...] With all of our publications, SFWA will continue to stand strong for the rights of writers. This includes opposition to censorship.
In der Richtigstellung heißt es bezeichnenderweise, dass die Petition SFWA nie vorgelegt, sondern nur im Internet verbreitet wurde. Dass Truesdales Befürchtungen ziemlich paranoid sind, hätte man sich natürlich ohnehin denken können, denn die Vergleiche, die er bringt (Diktator_innen, die Angst vor Pressefreiheit haben etc.) sind in diesem Kontext schlichtweg ein paar Nummern zu groß. Es hat aber eine ganze Reihe angesehener Autor_innen die ›Petition‹ unterschrieben, darunter David Brin, C.J. Cherryh, Harlan Ellison, Nancy Kress, Mercedes Lackey, Jack McDevitt, Robert Silverberg, Norman Spinrad, Harry Turtledove, Vernor Vinge und Gene Wolfe. Viele der Genannten gehören keineswegs dem rechten Spektrum an, sondern vertreten eher linke oder liberale Ansichten. Daneben gibt es auch einige, deren Unterschrift nicht weiter überrascht: Resnick und Malzberg haben ihre ohnmächtige Wut über die Machenschaften der stalinistisch-maoistischen »liberal fascists« offenbar nach wie vor nicht überwunden. Und Gregory Benford, Larry Niven und Jerry Pournelle gehörten schon in den 80ern zu den Reagan Boys, einer Gruppe von SF-Autoren mit offen militaristischen Ansichten.

Das Fatale ist: Die oben verlinkte Version der Petition ist nicht die ursprüngliche. Truesdales Originaltext ist sehr viel länger und sehr viel dümmer als die überarbeitete, auf der Website von Tangent veröffentlichte Fassung. Silverberg behauptet, die ursprüngliche Version sei nur ein Entwurf gewesen, doch sie zirkulierte bereits per E-Mail – unterschrieben von Benford, Malzberg, Resnick und Silverberg selbst. Natalie Luhrs hat sie zugänglich gemacht. Darin wird deutlich, dass die Redefreiheit für Truesdale eher einen Nebenschauplatz darstellt. Was in der überarbeiteten Fassung fehlt, sind nämlich Truesdales seitenlange Klagen darüber, dass SFWA eine Kampagne »to banish attractive, sexy women (fully or partially clothed in a traditional SF or Fantasy setting)« führe. Wer sich gewundert hat, warum ein Heftchen, das eine Organisation an ihre Mitglieder verschickt, bei Truesdale solche Aufregung hervorruft (und ich habe mich sehr gewundert), kann sich nun denken, wo der Hase im Pfeffer liegt. Silvia Moreno-Garcia fasst in zwei Sätzen zusammen, was vermutlich Old Daves wahres Anliegen ist: »Truesdale, however, is fighting the good fight. Ensuring you get your dose of tits.«

Nun gibt es durchaus unterschiedliche Antwortversuche auf die Frage, warum so viele respektable Autor_innen Truesdales Blödsinn mit ihrer Unterschrift aufgewertet haben. Nicht von der Hand zu weisen ist z.B. die Vermutung, dass beim Stichwort Redefreiheit insbesondere in den USA nicht wenige Menschen erst unterschreiben und dann nachdenken. Einleuchtend erscheinen mir auch Überlegungen, dass bei Leuten wie Resnick die Angst vor dem Verlust von Gatekeeper- oder Elder-Statesman-Positionen eine Rolle spielen könnte. Ich behaupte jedoch, dass Truesdales ursprünglicher Text ganz wörtlich zu nehmen ist. Es geht in der ganzen Auseinandersetzung weniger um Redefreiheit an sich, sondern darum, dass auf das Cover der offiziellen Publikation von SFWA gefälligst ein chainmail chick gehört. Warum? Weil es Tradition ist, darum. Früher™ wurde es so gemacht, deshalb gehört es einfach dazu. Diese Begründung – die Berufung auf die Tradition – hat Truesdale sich nicht ausgedacht. Bereits letztes Jahr haben diejenigen, die das umstrittene Covermotiv verteidigten, lautstark geltend gemacht, dass solche Bilder zur Fantasy nun einmal dazugehörten (bzw. zur SF, denn es hätte anstelle eines Red-Sonja-Verschnitts ebenso gut um ein phallusförmiges Raumschiff gehen können). Das Bulletincover weckte nostalgische Erinnerungen an die gute alte Zeit der 80er Jahre, als (in den Worten von Peter S. Beagle) in SFF-Buchhandlungen »rows of unfamiliar paperbacks« mit »mock-Frazetta covers featuring muscular, barechested northern-barbarian types rescuing similarly muscular barechested damsels from assorted monsters« zu bewundern waren. Ich vermute, dass der schwertschwingende Rotschopf mit der Dauerwelle für eine nicht unbeträchtliche Zahl von Menschen keine ästhetischen Zweifel weckt, sondern vielmehr eine beruhigende Botschaft aussendet: Damals™ war die SFF-Welt noch in Ordnung.

Das ist eine Haltung, die bei mir massives Unbehagen auslöst. Bevor ich weiter ausführe, was ich damit meine, muss ich ein paar Bemerkungen los werden: Ich lese SF ebenso wie Fantasy. Zwar kann ich mit Hard/Military SF im Allgemeinen nichts anfangen, während es auf der anderen Seite (glaube ich) kein Fantasy-Subgenre gibt, das mir nicht einige Lieblingsbücher beschert hat, aber wer Imagination gegen Extrapolation ausspielt (oder umgekehrt), kann sich meiner Kritik sicher sein. Dennoch muss ich konstatieren, dass ich mich in Diskussionen über Fantasy bzw. in primär fantasylesenden Kreisen stärker zu Hause fühle als in ihren Äquivalenten im SF-Bereich. Warum es mir so geht, lässt sich recht einfach auf den Begriff bringen: Golden Age.

Das vom Fandom tradierte Genrebewusstsein der SF blickt auf das Ideal einer verklärten Vergangenheit zurück, die als Goldenes Zeitalter des Genres gilt. Dieses Konstrukt hat sich tief ins kollektive Gedächtnis des SF-Fandoms eingegraben. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um ein ästhetisches, sondern eher um ein literatursoziologisches Phänomen. Die aus Asimov, Clarke und Heinlein bestehende Dreieinigkeit kann längst durch andere Vorlieben abgelöst worden sein. Aber der Maßstab an sich, dass das Vorbild für gute SF stets in der Vergangenheit zu suchen sei, wird unter Fans getreulich von Generation zu Generation weitergegeben. Die periodisch wiederkehrende Diskussion darüber, dass gute SF vom Aussterben bedroht sei, wird gepflegt wie ein anheimelndes, vertrautes Ritual. Der Vergangenheitsbezug wirkt identitätsstiftend. Genregeschichtlich ist dies letztlich auf die soziologischen Bedingungen zurückzuführen, unter denen SF im sogenannten Golden Age produziert wurde, denn dabei handelt es sich um die Zeit, in der das Genrebewusstsein der SF entstanden ist. Das entscheidende Merkmal des SF-Fandoms im Golden Age ist, dass es sich um eine geschlossene Gesellschaft handelte. SF wurde vor allem für Magazine verfasst, die von Leuten gelesen wurden, die später selber SF zu schreiben begannen. Die gesellschaftliche Positionierung der Fans war sehr homogen: überwiegend middle class, weiß und männlich. In dieser geschlossenen Gesellschaft entwickelte sich eine ausgeprägt apologetische Haltung gegenüber der literarischen Moderne, deren maßgebliche Werke zur gleichen Zeit kanonisiert wurden. Noch bevor überhaupt Buchverlage entstanden waren, die sich für SF interessierten (bevor die SF also mit einer breiteren literarischen Öffentlichkeit in Kontakt treten konnte), hatte sich bereits eine Subkultur herausgebildet, die bereit war, die geliebte Lektüre Außenstehenden gegenüber mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Die Vergangenheit wird zum Goldenen Zeitalter, weil in der Vergangenheit die Fans unter sich waren und sich gegenseitig den Rücken stärken konnten. Interessanterweise wird die Frage, in welchem historischen Zeitraum das Golden Age anzusiedeln ist, generationsabhängig beantwortet. Während es gemeinhin heißt, die 40er Jahre seien als Goldenes Zeitalter der SF anzusehen, bezeichnet Robert Silverberg (Jahrgang 1935) die Weltkriegsdekade als »false dawn« und erklärt die 50er zum wahren Golden Age. Barry Malzberg (Jahrgang 1939) sieht es ähnlich: »Say this at the outset: there has only been a trickle of novels through the fifty-five-year history of science fiction that have been consensually accepted as masterpieces, absolute examples of what the field can be at its best. With no exception that I can glimpse, all of them were published in the fifties.« Zwei Autoren, die in der gegenwärtigen Kontroverse Schlüsselrollen spielen, sind sich völlig einig, dass die Hochzeit des Genres in ihrer eigenen Jugend liegt. Wären sie zehn Jahre älter, würden sie wahrscheinlich auch das Golden Age um eine Dekade nach hinten verlegen. Dem zugrunde liegt die Annahme: Es gab eine Hochzeit der SF. Sie liegt in der Vergangenheit. Und niemand versteht das, der sie nicht selbst erlebt hat. Woraus implizit folgt: Ihr Außenstehenden könnt nicht mitreden.

Für ein Genre, das sich oft und gern als die Literatur der Zukunft versteht, mag das eine bemerkenswerte Haltung sein, wenn nicht ein Widerspruch in sich. Aber mir geht es hier nicht in erster Linie um SF als Literatur, sondern um SF als Subkultur. Die Fantasy wiederum, die häufig auf nicht ganz faire Weise zur Literatur einer idealisierten Vergangenheit erklärt wird, hat eine völlig andere Geschichte. Ihr Genrebewusstsein hat sich nicht durch die subkulturelle Rezeption von Magazinveröffentlichungen herausgebildet. Das die Entstehung dieses Bewusstseins auslösende Moment war die Publikation des Lord of the Rings 1954/55. Das epochale Werk der Fantasy erschien in Großbritannien in einem allgemeinen Literaturverlag und war damit von Anfang an der kritischen Beurteilung durch die literarische Öffentlichkeit ausgesetzt. Auch Fantasy lässt sich als Gegenbewegung zur literarischen Moderne verstehen, doch fand diese in Form einer engen Auseinandersetzung und nicht durch subkulturelle Abschottung statt: James Joyce wünschte sich den Fantasyautor James Stephens als Vollender seines Spätwerks Finnegans Wake. W.H. Auden gehörte zu den Bewunderern Tolkiens. George Orwell rezensierte kühl, aber wohlwollend C.S. Lewis’ That Hideous Strength. Anthony Burgess wiederum machte keinen Hehl aus seiner Verachtung für »allegories with animals or fairies«, womit er vermutlich Watership Down und The Lord of the Rings meinte. Diese Öffentlichkeitswirkung führte dazu, dass sich schon früh bedeutende Literaturkritiker wie Edmund Wilson, Harold Bloom oder Fredric Jameson mit Fantasy als Genre befassten (wie man auch sagen könnte, dass Sigmund Freud und Walter Benjamin sich avant la lettre mit Fantasy beschäftigten). Man muss die Urteile, zu denen die Literati in Sachen Fantasy gekommen sind, nicht mögen. Es ist auch unübersehbar, dass die meinungsbildende Öffentlichkeit überwiegend nicht sehr nett mit der Fantasy umgegangen ist und sie regelmäßig als trivialen Schund oder eine Art literarischen Wechselbalg, der im Literaturbetrieb des 20. Jahrhunderts eigentlich nichts zu suchen habe, abgetan hat. Dennoch glaube ich, dass diese Öffentlichkeit ein Segen war. Von Anfang an ging kein Weg daran vorbei, sich auf die offene, polemische Auseinandersetzung einzulassen. Eine völlige Einigelung war nicht möglich.

Hatte dieser Unterschied im Genrebewusstsein auch Einfluss auf die ästhetische Entwicklung von Fantasy und SF? Es ist bemerkenswert, dass die Fantasy sich seit Tolkiens Zeiten immer wieder selbst erneuert hat, ohne dass dies zu größeren Verwerfungen im Genrebewusstsein geführt hat. Das Tolkien-Bashing der einen scheint ebenso wie die Tolkien-Bewunderung der anderen immer dazugehört zu haben, beides zusammen sorgte für Vielfalt. (Die gegenwärtige Grim-and-Gritty-Welle stellt vielleicht die erste wirkliche Verwerfung dar.) Die New-Wave-Bewegung, die versuchte, die literarische Moderne in die SF einzuführen, nahm dagegen die Form einer offenen Revolte gegen die Altvorderen des Genres an. Es handelt sich vielleicht um ein Zeichen dafür, dass die Fantasy bereits zu Anbeginn ihrer Geschichte Zumutungen gewöhnt war, die die SF nur langsam akzeptieren lernte – oder nie vollständig akzeptiert hat, denn wenn es das Ziel der New Wave war, ihre Vorstellungen auf breiter Ebene durchzusetzen, dann ist sie weitgehend gescheitert, und der Hauptstrom der SF ist hartnäckig bei den alten Gewohnheiten geblieben. Allen Veränderungen zum Trotz hat jedenfalls die Vergangenheitsfixierung des Fandoms keinen Schaden genommen.

Bisher ist meines Wissens noch niemand auf die Idee gekommen, ein in der Vergangenheit liegendes Goldenes Zeitalter der Fantasy auszurufen (und wenn doch, dann ohne Folgen). Wenn im Zusammenhang mit Fantasy von einem Golden Age die Rede ist, scheint man sich eher auf die Gegenwart zu beziehen. Kurz gesagt: Was bei mir an Truesdales Geschreibsel Unbehagen auslöst, ist nicht nur sein offenkundiger Sexismus, sondern auch, dass darin der Ansatz zu dem Versuch steckt, die 80er Jahre zu einem Goldenen Zeitalter der Fantasy hochzujazzen. SF und Fantasy sind Geschwister und beeinflussen sich ständig gegenseitig. Im Vergleich zu denen, die sich auf beiden Feldern wohlfühlen, dürfte es nur wenige Autor_innen geben, die sich ausschließlich an einer der beiden Formen versucht haben. Im Allgemeinen finde ich das gut so. Doch in dieser Sache hoffe ich sehr, dass die Fantasy sich von der unglückseligen Geschichte der SF nicht irritieren lässt.

Wer mehr über die SFWA-Kontroverse lesen möchte, sei auf die ausführliche (parteiliche) Timeline zu den Ereignissen hingewiesen, die S.L. Huang zusammengestellt hat. Außerdem hat Cora Buhlert in diesem Post jede Menge aktuelle Links zusammengestellt.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Treueschwur

Mit dem Expanded Universe von Star Wars verbindet mich eine gewisse Hassliebe. Einerseits geht mir Military SF nicht nur am Arsch vorbei, sondern mit ihrem Waffen- und Gerätefetischismus oft auch gehörig auf den Senkel. Das im Expanded Universe publizierte Military-Zeugs finde ich entsprechend lästig. Andererseits waren im Expanded Universe durchaus gute bis sehr gute Autoren wie Sean Stewart und Matthew Stover tätig, die mir das gegeben haben, von dem ich im Zusammenhang mit Star Wars schwerlich genug bekommen kann: Jedi, Planetenabenteuer, die Macht, Fantasy im Weltraum, Schmugglerinnen und Piraten, Lichtschwertduelle und natürlich noch mehr Jedi!

Timothy Zahn, der das Expanded Universe geprägt hat wie kein anderer,* steht für mich in der Mitte zwischen diesen beiden Möglichkeiten. Einige seiner Star-Wars-Romane schätze ich sehr, andere wiederum sind mir eindeutig zu Military-SF-lastig. Unvergessen ist natürlich Zahns Trilogie über Großadmiral Thrawn, die ursprünglich unter dem Namen The Star Wars Trilogy erschienen ist. Tatsächlich, so war das. Und obwohl es kaum beabsichtigt ist, steckt in dem Titel doch ziemlich viel Wahrheit: Zahn erzählt darin im Grunde die Geschichte von Lucas’ alter Filmtrilogie erneut. Als hätte es den souveränen, schwarzgekleideten jungen Ritter in Return of the Jedi nie gegeben, ist Luke Skywalker zu Beginn der Thrawn-Trilogie wieder so unsicher und bauernjungenhaft wie ganz zu Anfang. Wieder gilt es eine Superwaffe des Imperiums zu zerstören, wieder einen übermächtigen Feind zu schlagen, wieder den Umgang mit der Macht zu erlernen. Und trotzdem ist Zahns Trilogie gelungen. Das liegt vor allem daran, dass der übermächtige Feind kein bloßes Abziehbild des Imperators oder Vaders ist, sondern ein kühles, scharfsinniges, strategisch denkendes Genie, in dem Behutsamkeit und Wagemut vereint sind. Den Chiss in der weißen Traumschiff-Uniform zu erfinden und gegen die Rebellenallianz antreten zu lassen, war Zahns brillante Idee, vielleicht seine einzige.**

Nach dem Erfolg kommt der Absturz. Statt an das Ende seiner guten Geschichte zu glauben, legte Zahn den Doppelroman The Hand of Thrawn vor. Darin wollte er uns glauben machen, Thrawn hätte mit der Duldung des Imperators in einem entlegenen Winkel der Galaxis ein geheimes Parallel-Imperium aufgebaut, das Empire of the Hand. Sinn ergibt das keinen, es handelt sich eher um Zahns persönliche Wunscherfüllung. Denn das Empire of the Hand stellt natürlich die 501. Legion erneut auf – wir erinnern uns: Die 501. ist die faschistische Truppe, die Vader persönlich unterstellt ist und in Revenge of the Sith die Jedi-Zöglinge massakriert. Zahn ist von den Jungs mit den weißen Rüstungen und den großen Ballermännern fasziniert wie sonst wahrscheinlich nur vom US Marine Corps. Sein reichlich unglaubwürdiger Einfall, ein zweites Imperium einzuführen, dient ihm dabei als Deus ex machina. Das neue Imperium ist nämlich gar nicht so böse wie das alte. Es will einfach nur Frieden und Sicherheit. Um mit allen gut klarzukommen, hat es sogar Imperator Palpatines rassistische Ideologie aufgegeben. Und, o Wunder, die zuvor so gefürchteten Jungs von der 501. kämpfen jetzt, damit in der Galaxis Ruhe und Ordnung herrscht und brave Bürgersleut sich abends unbeschwert zur Ruhe betten könnten. Sogar Angehörige von Alien-Spezies hat die 501. in ihre Reihen aufgenommen. Es ist ein wenig so, als hätte die SA oder der Ku-Klux-Klan beschlossen, sich durch Diversity Management einen weltoffenen Anstrich zu geben, und es liest sich auch genauso bescheuert.

Als nächstes veröffentlichte Zahn zwei alleinstehende Romane, Survivor’s Quest und Outbound Flight, die weitaus erträglicher sind als The Hand of Thrawn. Sie erzählen die Nach- bzw. Vorgeschichte der ursprünglichen Thrawn-Trilogie, oder genauer gesagt die Geschichte der Kontaktaufnahme zwischen den Chiss und dem Imperium. Dankenswerterweise ohne Sturmtruppler-Nostalgie, so dass insbesondere Outbound Flight sogar richtig gut ist.

Mit Treueschwur bzw. Allegiance, wie der Originaltitel lautet, eröffnet Zahn einen neuen Handlungsbogen. Erzählt werden soll, wie es zur Neuaufstellung der 501. Legion durch das Empire of the Hand kommt. In Treueschwur lässt Zahn deshalb ein Grüppchen von Sturmtrupplern desertieren, nachdem ihm ein Massaker an der Zivilbevölkerung des Planeten Teardrop befohlen wurde. Statt aber dem Imperium einfach den ausgestreckten Mittelfinger zu zeigen, tingeln die Sturmtruppler in voller Montur durch die Galaxis und spielen Robin Hood, indem sie versuchen, das bessere Imperium zu sein und gegen Korruption und Piraterie vorgehen. Allen Ernstes. Es geht eben, man achte auf den Titel, um irgendwelche soldatischen Ideale und darum, dass imperiale Militärmacht eigentlich gut ist, wenn sie nicht durch die falschen Zwecke missbraucht wird. Nicht schwer zu erraten (und darum kaum als Spoiler zu betrachten) ist, dass die desertierten Sturmtruppler die Keimzelle der geläuterten 501. Legion darstellen. In Zahns darauffolgendem Roman Choices of One wird ihre Geschichte fortgesetzt.

Auch abgesehen davon, dass Zahn die ungenießbare Suppe von The Hand of Thrawn erneut aufkocht, ist Treueschwur kein besonders guter Roman. Hauptschurke ist ein verräterischer Bürokrat des Imperiums – der ist ein echter Lump, nicht die braven Frontsäue, die noch an ihre Ideale glauben.*** Daneben tritt eine Reihe von Zahns altbekannten Figuren auf; Leia befindet sich (wieder mal) auf einer diplomatischen Mission; Luke, Han und Chewbacca laufen erwartungsgemäß den Deserteuren über den Weg. Dem Mythos wird nichts hinzugefügt, was Substanz oder Spannung aufzuweisen hätte. Spaßig ist allenfalls, dass Captain Ozzel (der imperiale Offizier, der in The Empire Strikes Back von Vader per Telekinese erwürgt wird) eine Nebenrolle spielt und wieder einmal nicht gerade durch Intelligenz auffällt. Das allein vermag die einmal verdorbene Suppe aber nicht zu retten.

Timothy Zahns Treueschwur (460 Seiten) ist 2008 bei Blanvalet erschienen. Andreas Kasprzak übersetzte.

* Mit Ausnahme vielleicht von Kevin J. Anderson, aber darüber breiten wir lieber den Mantel des Schweigens.
** Womit ich nicht sagen will, dass Zahn nicht noch weitere gute Ideen hatte. Talon Karrde ist eine davon. Und von Mara Jade kann man sagen, was man will, aber viele Fans lieben sie. An Thrawn reicht allerdings keine von Zahns anderen Figuren heran.
*** In einer Amazon-Bewertung heißt es denn auch in schönster Offenheit, Treueschwur sei ein Roman, der »der Geschichte ähnelt«  (welcher wohl?) und sogar eine Botschaft vertritt: »Nicht alle waren schlecht.« 

Sonntag, 10. Juni 2012

Schindluder

Irgendwie bin ich Ridley Scott ja dankbar dafür, dass Prometheus wohl eher ein Reboot als ein Prequel zu Alien ist. Mit dem Alien-Franchise ist in den letzten Jahren einfach zu viel Schindluder getrieben worden, als dass die Reihe auch noch ein ernstzunehmendes Prequel vertragen würde, welches auf den spinnerten Theorien eines Erich von Däniken beruht. Zwar bestehen Regisseur Scott und Drehbuchautor Damon Lindelof nach wie vor darauf, dass Prometheus in der Welt von Alien spielt, doch schien der Zusammenhang dünner zu werden, je weiter das Projekt fortentwickelt wurde. Zunächst sollte James Cameron bei einem fünften Alien-Film Regie führen. Als jedoch bekannt wurde, dass 20th Century Fox die Alien- und Predator-Reihen filmisch zusammenführen wollte, stieg er aus dem Projekt aus und fand deutliche Worte für die Pläne des Studios: »You do that you’re going to kill the validity of the franchise«. Das Ergebnis von 20th Century Fox’ Rumgemurkse mit Alien und Predator kennen und hassen wir alle.

Ridley Scott konkretisierte die Idee zu einem fünften Alien-Film dann zu dem Vorhaben, das schließlich in der Produktion von Prometheus mündete. Anfang 2011 bezeichnete Scott Alien als »jumping-off point for this project« und fügte hinzu, Prometheus enthalte »strands of ›Alien‹’s DNA, so to speak«. Der Film sei aber dennoch höchst eigenständig, denn er basiere auf »a new, grand mythology«. Scotts große Mythologie ist allerdings genau das, was mich in Bezug auf Prometheus das Schlimmste befürchten lässt. »[T]he ideas tackled in this film are unique, large and provocative«, so Scott. Was soll man dazu sagen? Nein, Ridley. Die Vorstellung, dass der Mensch durch irgendeine Einflussnahme außerirdischer Superintelligenzen entstanden sein soll, ist weder einzigartig noch groß, und schon gar nicht provokant. Es handelt sich dabei lediglich um die fixe Idee eines tatterigen Esoterikers aus der Schweiz, der durch die Leichtgläubigkeit der Leute in die bequeme Lage versetzt wurde, jede Menge Geld zu scheffeln. Als Idee ist das ganze Präastronautik-Zeugs ungefähr so spannend und geheimnisvoll wie Uri Geller, der im Fernsehen Löffel verbiegt, oder wie Jürgen Fliege, der (für 40 Euro das Fläschchen) Leitungswasser zur »Selbstheilung durch Seelenkraft« verkauft. In anderen Worten: Es ist reiner Blödsinn, der für viel Geld verkauft wird.

Nun lässt sich in einer Welt, in der alles zu Geld gemacht werden kann, schlechterdings nichts einwenden gegen Blödsinn, der zu Geld gemacht wird. Aber es gibt wohl keinen fühlenden und denkenden Fan, dem die Gewalt, die seit einigen Jahren dem Alien-Filmuniversum angetan wird, nicht das Herz zerreißt. Schon die Alien vs. Predator-Crossover von 2004 und 2007 waren die reinste Schande, da ist James Cameron uneingeschränkt recht zu geben. Erinnert sich noch jemand an die unendlich lächerliche Szene aus dem ersten der beiden Filme, in dem der außerirdische Ursprung der menschlichen Schriftsysteme erklärt wurde? So etwas darf sich eigentlich nicht wiederholen, aber Ridley Scott und Damon Lindelof tun gerade mit Prometheus genau das. Letzterer macht zudem mit kryptischen Wortmeldungen und bizarren Neologismen auf sich aufmerksam, welche das genaue Verhältnis von Prometheus und den Alien-Filmen zum Inhalt haben. Das hört sich dann ungefähr so an: »I’ve always felt that really good prequels should be original movies. And the sequels to those prequels should not be the movie which already exists.« Aha, das Sequel zum Prequel sollte also kein Film sein, den es schon gibt. Soll mir recht sein, wenn der 1979er Alien-Film zu dem Mist, den ihr gerade verzapft, nicht das Sequel ist, das es schon gibt, und deswegen kein Sequel sein sollte. Oder so ähnlich. Aber auch das: »It’s Ridley Scott. The movie is his vision, so I did my best to channel it. We had almost no conversations about any other movies, other than this one, which might have been hubris or it might have been freeing, but it felt good, maybe just because we were drunk.« Ja, bitte! Sauft weiter und channelt eure komischen Ideen, aber kommt bloß nicht mehr auf die Idee, euch über Filme herzumachen, die anderen Menschen am Herzen liegen. Oder, um zum Schluss zu kommen, das hier: »If we’re fortunate enough to do a sequel to Prometheus, it will tangentialize even further away from the original Alien.« Denn genau diese Aussicht ist es, die bei all dem Unsinn das eingangs erwähnte Gefühl der Dankbarkeit in mir weckt: Tangentialisiert doch wohin ihr wollt, so lange es nur weit, weit weg von den vier Alien-Filmen ist.

Samstag, 31. März 2012

Priest, Rant, Clarke Award

Keine Ahnung, ob alle bereits alles gesagt haben, was sie zu Christopher Priests Rant gegen die diesjährige Shortlist des Arthur C. Clarke Awards sagen wollen. Aber da momentan ja ganz gern über den Sinn und Unsinn von Genrepreisen diskutiert wird, gibt es an dieser Stelle schon mal eine kleine Link-Rundschau:
  • Christopher Priest findet, dass einige der auf der Shortlist versammelten Romane (insbesondere die von Charles Stross und China Miéville, der den Clarke Award routinemäßig gewinnt) darauf nichts zu suchen haben, während andere, die auf der Liste stehen sollten (z.B. Lavie Tidhars Osama), dort nicht zu finden sind: »Hull 0, Scunthorpe 3«. Er schlägt vor, die Preisverleihung für dieses Jahr auszusetzen und die Jury zu feuern. Er betont außerdem, dass sein Rant nicht dadurch veranlasst sei, dass sein eigener Roman nicht für die Shortlist ausgewählt wurde.
  • Damien G. Walter verkündet, er wolle Priests Vorpreschen psychologisch ergründen (»Understanding Christopher Priest«), was in diesem Fall schlicht heißt: Er unterstellt Priest Neid. Priest sei früher neidisch auf den erfolgreicheren Kollegen J.G. Ballard gewesen, nur um mittlerweile auf die gesamte Riege der gegenwärtigen SF-Autor_innen neidisch zu sein. So!
  • John Scalzi sieht das nicht ganz so aufgeregt und findet stattdessen, Priest solle in die Jury des Clarke Awards zwangsversetzt werden: »Christopher Priest Shouts at Clouds«.
  • Das OF Blog ist der Meinung, »strong, snark dissension« habe einen rechtmäßigen Ort in Genrediskussionen und plädiert deshalb dafür, man solle Priest gewähren lassen. Er empfiehlt, einfach die Titel auf der Shortlist (mit Ausnahme von Charles »Internet Puppy« Stross) zu lesen und dann die Diskussion fortzusetzen.
  • Pat’s Fantasy Hotlist postet, wie immer, nur einen Blurb und zwei oder drei Sätze mit Ausrufezeichen ringsherum: »Kaboum! Holy shit! Christopher Priest goes all out! What the fuck?« Ja, Pat, ist ja gut. Danke. Was? Nein, schon in Ordnung. Weiter im Text.
  • Catherynne M. Valente ist nicht einverstanden mit Priest, findet seinen Beitrag aber lesenswert. Dann sagt sie das, worauf die debattierenden Herren von selber wohl nicht kommen würden: »[L]et’s be honest, I couldn’t get away with it. If I posted that shit? I’d never hear the end of what a bitch I am.«
  • Jeff VanderMeer widmet der Diskussion einen seiner Evil-Monkey-Dialoge, obwohl er (behauptet er) lieber arbeiten würde. Glaube ich ihm nicht. Ansonsten stimmt er Priest punktuell zu und würdigt ausdrücklich die Beiträge von Valente und Scalzi: »Evil Monkey, Christopher Priest, and the Arthur C. Clarke Awards«.
  • Das Blog des Fandom Observer kommentiert die Affäre nicht weiter, grenzt Priests Vorstoß aber wohlwollend gegenüber Michael K. Iwoleits nach hinten losgegangener Attacke gegen den Deutschen Science-Fiction-Preis im letzten Jahr ab: »Christopher Priest: ›Schmeißt die Jury raus!‹«.
  • E-Book-Autorin Cora Buhlert muss über Priests Auslassungen zur gegenwärtigen Hard SF grinsen und steuert einen Haufen weiterer Links mit Wortmeldungen zur Debatte bei: »The Latest Genre Dust-up«
  • John Scalzi schreibt einen »Quick Follow-up« (ebenfalls mit weiteren Links zur Sache), indem er sich noch mal stärker von Damien G. Walters Küchenpsychologie distanziert. Interessant, weil Priest sich hier selber an der Kommentardiskussion beteiligt. 
  • Cora Buhlert hat noch mehr Links: »More Christopher Priest versus the Clarke Awards«. Außerdem weist sie interessanterweise darauf hin, dass Deutschland »a tradition of snarky and sometimes downright rude literary critics« habe und greift Valentes Hinweis auf, dass Männer in solchen Literaturdebatten viel grobianistischer auftreten dürfen als Frauen – man vergleiche nur mal, was mit Marcel Reich-Ranicki passiert ist, als er das Fernsehen bashte (er durfte erklären, was er meint), und was mit Elke Heidenreich (sie wurde gefeuert). Lesenswerter Post. 
  • Jim C. Hines ist der erste, der seinen Post auf kompromisslos parteiliche Weise betitelt: »In Defense of Christopher Priest«. Ganz nebenbei erklärt er, warum es eigentlich ganz nachvollziehbar ist, dass der Clarke Award ständig von China Miéville gewonnen wird – er ist einfach sexy: »Imagine those poor judges, trying so hard to select books based on merit, all the while imagining Mieville’s smoldering good looks…«
  •  Einen deutschsprachigen Diskussionsthread zum Thema gibt es in diesem Forum
So weit erst mal. Man weise mich darauf hin, wenn ich etwas Interessantes übersehen habe. Ach ja, hier noch der Link zum T-Shirt. Keine Nerd-Debatte ohne Merchandising-Artikel.

Montag, 5. März 2012

Rise of the Planet of the Apes

An diesem Film, dessen deutscher Untertitel Prevolution lautet, ist vielleicht das Überraschendste, dass er tatsächlich von einer Revolution handelt, und wahrscheinlich ist das einer der Hauptgründe, dass er mir so gut gefallen hat.

Rise of the Planet of the Apes ist meines Wissens vor allem in zwei Punkten kritisiert worden: Die Vorgeschichte sei zu ausgedehnt, die Darsteller_innen – jedenfalls die der Menschen – agierten eindimensional. Dem ist nicht mal etwas entgegenzusetzen. Der Film lässt sich in der Tat Zeit, bis es zum großen Augenblick kommt, in dem die schlecht behandelten und eingesperrten Menschenaffen sich gegen ihre Peiniger_innen wenden. Zuvor wird die Geschichte des Helden erzählt: Der Schimpanse Caesar entwickelt ungeahnte intellektuelle  Fähigkeiten bis hin zur Gabe der Sprache, weil er mit einem Virus infiziert wurde, der die Alzheimer-Krankheit bekämpfen soll. Caesar lebt in San Francisco bei seinem Ziehvater, dem Wissenschaftler Will Rodman, auf dem Dachboden. Nach einem Zwischenfall mit einem Nachbarn kommt er in ein Tierheim für Menschenaffen, wo Vernachlässigung und Quälereien durch das Personal an der Tagesordnung sind. Rodman versucht, Caesar zu befreien, indem er den Betreiber des Tierheims besticht, doch der Schimpanse lehnt ab. Er zettelt lieber eine Rebellion gegen die tyrannischen Wärter an.

Die für eine Hollywoodproduktion naheliegende Lesart einer solchen Geschichte wäre, dass Caesar aufgrund seines Schicksals zwar zu bemitleiden sei, sich durch seine Wut auf die grausame Behandlung der Menschenaffen jedoch in eine derart gefährliche Kreatur verwandelt habe, dass er mit allen Mitteln aufgehalten werden müsse. Und Caesar würde natürlich keine Revolution anführen, sondern einen Rachefeldzug. Nicht so in diesem Film: Caesar erkennt einfach, dass es für ihn aufgrund seiner gesteigerten Intelligenz unerträglich wäre, von den Menschen weiter wie ein Tier behandelt zu werden. Er weiß durchaus, dass Rodman es gut mit ihm meint, aber er glaubt einfach nicht mehr daran, dass der Mensch ihm wirklich helfen kann – die Affen müssen sich selber helfen. Caesar umgibt sich mit dem Orang-Utan Maurice und dem Gorilla Buck, um für seinen Aufstand möglichst viele Verbündete gewinnen zu können. Der Rest ist eine Sache von präziser Planung (denn es müssen weitere Affen aus dem Zoo von San Francisco und aus Versuchslabors befreit werden) und von Kampfgeist (natürlich versucht die Polizei, die revolutionären Affen am Verlassen der Stadt zu hindern). Unnötige Misshandlungen von Menschen untersagt Caesar; bestraft werden nur diejenigen, die für die Misere der Affen direkt verantwortlich sind. Am Ende ihres Aufstands haben Caesar und seine Genossen nichts zu bereuen.

Der Höhepunkt des Films ist eine epische Schlacht zwischen Affen und Polizei auf der Golden Gate Bridge, eine optisch und dramaturgisch beeindruckende Szene. Die Affen sind schauspielerisch hervorragend dargestellt, insbesondere brilliert Andy Serkis. Das wird ihm vor allem dadurch ermöglicht, dass sein Caesar als echter Charakter konzipiert ist, der eine Entwicklung durchmacht und sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Es gelingt dem Film übrigens, auch weiteren Affenfiguren individuelle Züge zu verleihen (in eingeschränkterem Maße natürlich, Serkis steht klar im Mittelpunkt). Was die Darsteller_innen der menschlichen Figuren betrifft, ist die Kritik an Rise of the Planet of the Apes jedoch weitgehend zutreffend: Außer John Lithgow und Brian Cox vermag keine(r) von ihnen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. James Franco, der Darsteller des menschlichen Hauptcharakters Rodman, agiert besonders farblos. Tom Felton, der einen sadistischen Wärter spielt, scheint nach seinem Auftreten als Draco Malfoy auf die Rolle des kleinlich-hinterhältigen Schurken mit ständig hassverzerrtem Gesichtsausdruck abonniert zu sein. Und Freida Pinto, in der Rolle von Rodmans Freundin zu sehen, darf außer verständnisvollem Lächeln gar nichts zum Film beitragen. Überhaupt kommen die ein, zwei Frauenrollen in Rise of the Planet of the Apes so eindimensional daher, dass es kaum zu fassen ist: Frauen sind Mütter und Freundinnen, sonst nichts.

Fazit: Was die schauspielerischen Leistungen (sieht man einmal von Serkis’ hervorragender Performance ab) angeht, trifft die Kritik an Rise of the Planet of the Apes ziemlich ins Schwarze. Auch im Bechdel-Test versagt der Film gnadenlos. Was dagegen den langsamen Plot-Aufbau angeht, so hat er mich nicht weiter gestört, sondern im Gegenteil dazu beigetragen, mir Caesar und seine Geschichte um so intensiver vor Augen zu führen. Natürlich ist der Film als Reboot-Auftakt geplant, mit dieser Story und diesem Ende kann er aber eigentlich gut auf eigenen Füßen stehen. Das ist zu begrüßen, finde ich, denn es wirkt dem zu erwartenden Ärgernis vermurkster Sequels entgegen.

Dienstag, 24. Januar 2012

Für eine neue SF-Religion

Welche Bedeutung hatte aber die Annahme des christlichen Glaubens für die Länder Lateinamerikas und der Karibik? Es bedeutete für sie, Christus kennenzulernen und anzunehmen, Christus, den unbekannten Gott, den ihre Vorfahren, ohne es zu wissen, in ihren reichen religiösen Traditionen suchten. Christus war der Erlöser, nach dem sie sich im Stillen sehnten.
Ansprache Benedikts XVI.
zur Eröffnung der V. Generalversammlung
der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik

Über das Posthumane kann man eigentlich vom gegenwärtigen Standpunkt nicht schreiben. Genauso wenig, wie man über Gott schreiben kann. [...] Die Situation ist vergleichbar mit dem historischen Aufeinandertreffen von Weißen und Indianern. Die Indianer waren nicht fähig, auf die neuen Gesetzmäßigkeiten in Gestalt der Eroberer einzugehen; so wurden sie von der Entwicklung überrollt und marginalisiert.
Wolfgang Neuhaus,
Am Vorabend der Singularität. Notizen zur »posthumanen« Science Fiction*

* In: Sascha Mamczak/Wolfang Jeschke (Hgg.), Das Science-Fiction-Jahr 2009, München 2009, S. 488–505.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Carl Amerys Werk

Christian Mayer alias Carl Amery (1922–2005) ist vielleicht der bedeutendste deutsche Science-Fiction-Autor, aber Sekundärliteratur zu seinem Leben und Werk ist äußerst dünn gesät. Der von Joseph Kiermeier-Debre herausgegebene Begleitband zu einer Ausstellung über Amery, die 1996 in der Münchner Stadtbibliothek zu sehen war, bildet die Ausnahme, die die Regel – vorläufig? – bestätigt.

Carl Amery – »... ahnen, wie das alles gemeint war« enthält neben bio- und bibliografischen Daten zahlreiche Faksimiles und Fotos, vor allem aus Kindheit und Jugend des Autors. Leider sind diese in dem Band nur in Schwarzweiß reproduziert. Daneben sind verschiedene Texte von und über Amery abgedruckt. Am interessantesten scheinen mir dabei, wie immer, die Kuriositäten zu sein: So etwa eine deutlich von Chesterton beeinflusste historische Kriminalgeschichte, im alten Rom spielend, die Amery als Schüler verfasste – Jahrzehnte später wird Amery, dann schon ein bekannter Essayist und Autor, Chestertons Romane in deutscher Übersetzung herausgeben. Von besonderem Interesse sind auch einige Stücke, die Amery teils noch während des Krieges schrieb und in der unmittelbaren Nachkriegszeit unter dem Namen Christian Schneller* veröffentlichte. Bereits in diesen frühen Schreibübungen blitzen typische Themen und Stilmerkmale auf, die Amerys gesamtes schriftstellerisches Leben begleiten sollten. Insbesondere gilt dies für die erwähnte Histo-Krimi-Erzählung und die dramatische Szene »Die Front von Oklahoma 1944«, die in einem Kriegsgefangenenlager spielt. Beide Stücke widmen sich einer Tätigkeit, die Amery literarisch vorzüglich beherrschte: der Entlarvung der falschen Attitüden und der Scheinheiligkeit, die den Mächtigen in ihrer Selbstgewissheit anhaftet.

Ganz interessant sind auch einige abgedruckte Rezensionen Amerys – zu Enzensberger und Ernst Blochs Prinzip Hoffnung –, daneben findet sich aber auch bereits bekanntes, wie etwa Hans Werner Richters Porträt des Gruppe-47-Genossen aus dem Etablissement der Schmetterlinge und Schlüsselstellen aus Amerys Hauptwerken.

Eingeleitet und abgeschlossen wird der insgesamt sehr lesenswerte Band mit einigen Worten des Herausgebers Kiermeier-Debre, der Amery mit Jean Paul und Achim von Arnim in Verbindung bringt und ihn mithin – keineswegs unpassend – in eine Tradition (nach-)aufgeklärter Romantiker stellt.

Carl Amery – »... ahnen, wie das alles gemeint war«. Ausstellung eines Werkes (238 Seiten) wurde von Joseph Kiermeier-Debre herausgegeben und erschien 1996 bei Paul List.

* Schneller ist der Mädchenname von Amerys Mutter.

Montag, 19. September 2011

Gesellschaft für Fantastikforschung & Villa Fantastica

Die Gesellschaft für Fantastikforschung hat ihre neue Homepage gelauncht, deren Vorzüge (u.a. englisch-deutsche Zweisprachigkeit) gleich auf der Startseite erläutert werden. Zudem ist seit einiger Zeit das vorläufige Programm für die Jahrestagung der Gesellschaft, die vom 29. September bis zum 1. Oktober in Salzburg stattfindet, in englischer Sprache verfügbar. Das Thema lautet  »New Directions of the European Fantastic after the Cold War«. Als Referent_innen treten u.a. Frauke Bode, Uwe Durst, Helmut W. Pesch und Lars Schmeink auf, um nur einige Namen zu nennen. Zudem gibt es eine Lesung von Markus Orths, dem diesjährigen Träger des Phantastik-Preises der Stadt Wetzlar.

Als zweite Neuigkeit ist die offizielle Eröffnung der Villa Fantastica in Wien bekanntzugeben, die am 4. Oktober stattfinden wird. Die Villa Fantastica, nahe des Schlosses Schönbrunn im Stadtteil Hietzing gelegen, stellt neben der Wetzlarer Phantastischen Bibliothek eine zweite amibitionierte Spezialbibliothek zur phantastischen Literatur im deutschsprachigen Raum dar. Im Unterschied zu der Wetzlarer Unternehmung will man in Wien den Sammlungsschwerpunkt auf Science Fiction legen. Auch die Herausgabe einer Schriftenreihe ist angedacht. Das transsilvanische Gewässer wünscht dem Projekt viel Glück und große Resonanz!

Montag, 3. Januar 2011

Schreibwettbewerb: SF – Die nächste Generation

Mitten in der anhaltenden SF-Dürreperiode* geht der FantasyGuide in die Offensive und startet einen Schreibwettbewerb für SF-Kurzgeschichten:
Welche SF schreibt Ihr? Wie muss SF sein, damit Leser in Eurem Alter sich angesprochen fühlen? Das ist die Zielstellung, unsere Motivation für den Wettbewerb und Eure Aufgabe. Erlaubt ist alles, was eindeutig SF ist.
Wobei die in meinen Augen schwierigste Aufgabe, die sich die Jury da gestellt hat, vielleicht darin besteht, herauszufinden, was denn eigentlich »eindeutig SF« ist und was nicht. Die wichtigsten Teilnahmebedingungen sind: Teilnehmer_innen dürfen höchstens 18 Jahre alt sein, keine Fan-Fiction, die Länge der Geschichten sollte zwischen 5.000 und 10.000 Zeichen liegen.

Alle weiteren wichtigen Informationen inklusive Kontaktdaten und Einsendeschluss finden sich hier.

* Von der Warte des Kaufverhaltens junger Leser_innen gesehen.

Foto-Disclaimer

Das Foto im Blog-Header wurde freundlicherweise von Sandra Rugina zur Verfügung gestellt. Es zeigt den Bâlea-See in den rumänischen Karpaten. Alle Rechte liegen bei der Autorin.