Dienstag, 17. März 2020

The Close Encounter of the Vampire (1986)

Alternativtitel: The Close Encounter of Vampire · Regie: Yuen Woo-ping · Drehbuch: Yuen Clan · Musik: Tang Siu-lam · Kamera: Kuo Mu-sheng, Lam Chi-wing · Schnitt: Chen Bo-yan, Chen Po-yen.

In einem chinesischen Dorf muss ein daoistischer Priester alle 50 Jahre ein Bannritual vollziehen. Andernfalls stehen die Toten des Dorfes aus ihren Gräbern auf und gehen als Vampire umher. Da ist es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis ein Priester das Ritual verbockt. So gesehen, so geschehen. Ein Mann und ein kleiner Junge wühlen sich aus der Friedhofserde und suchen die Leute heim.

Zum Glück kommt ein wandernder Vampirjäger vorbei, der gleich zum nächsten Bambushain eilt und sich spitze Pflöcke schneidet. Leider gehört der Hain zu einem buddhistischen Nonnenkloster. Eine ansässige Nonne hält den wackeren Vampirjäger für einen Spanner und verprügelt ihn erst mal kräftig.

Damit ist auch schon das Wichtigste über den Charakter des Vampirjägers gesagt. Durch eigenes Ungeschick oder die Dummheit der Leute gerät er immer wieder in Situationen, die mit blauen Flecken enden. Nicht gerade beste Voraussetzungen für die Jagd nach Untoten.

Ein zweiter Handlungsstrang dreht sich um eine erfolglose Schauspielschule. Deren Besitzer hat vier Waisenkinder aufgenommen, um sie die Schauspielkunst zu lehren. Aber der Besitzer widmet sich oft lieber dem Weinkrug als der Ausbildung seiner vernachlässigten Zöglinge.

Die Kinder stoßen auf den Vampirjungen und halten ihn für ein normales, lediglich etwas begriffsstutziges Kind. Sie geben ihm den Spitznamen Dummer Junge und verstecken ihn in der Schauspielschule. Natürlich versucht auch der Nachwuchsvampir, sich von Menschenblut zu nähren. Allerdings fehlt ihm die Erfahrung im Blutsaugen, und so geht die Sache – zum Glück für seine Umgebung – meist schief.

The Close Encounter of the Vampire ist ein typischer Schnellschuss, der nach dem Erfolg von Mr. Vampire flugs abgedreht und ins Kino gebracht wurde. Mitte der Achtziger hüpften die Jiangshi (chinesische Vampire) bekanntlich reihenweise über die Leinwand. The Close Encounter ist denn auch kein Film Yuen Woo-pings, den man unbedingt gesehen haben muss.

Dennoch sei allen, die die Filmografie Yuens möglichst vollständig kennen wollen, gesagt, dass The Close Encounter durchaus einige bemerkenswerte Elemente enthält. Der Vampir (gespielt von Ma Chin-ku) sieht mit seinem Make-up und seiner Mandarinkleidung prächtig aus. Und die Szene, in der ein an eine Säule gefesselter Vampirjäger gegen den Jiangshi kämpft, ist durchaus spannend und, wie man es von Yuen Woo-ping erwarten kann, hervorragend choreographiert.

Solche Höhepunkte gehen in der Handlung, die auf mitunter sehr zweifelhafte Weise komödiantisch ist, aber leider unter. Zweifelhaft in dem Sinne, dass man etwa einen Kinderdarsteller vor der Kamera eine Zigarette rauchen ließ, um ein paar Lacher zu erzeugen. So etwas war auch vor 35 Jahren nicht in Ordnung.

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Foto-Disclaimer

Das Foto im Blog-Header wurde freundlicherweise von Sandra Rugina zur Verfügung gestellt. Es zeigt den Bâlea-See in den rumänischen Karpaten. Alle Rechte liegen bei der Autorin.