Donnerstag, 12. Juli 2012

Das Gesetz des Vaters

J’étais dans le bureau de mon père, à Oxford. Il entrait et se mettait à chercher quelque chose avec une grande anxiété. Alors je réalisais avec horreur qu’il s’agissait du Silmarillion, et j’étais terrifié à l’idée qu’il découvre ce que j’avais fait.
Ich war im Arbeitszimmer meines Vaters in Oxford. Er trat ein und begann sehr unruhig nach etwas zu suchen. Da wurde mir mit Schrecken klar, dass es sich um das Silmarillion handelte, und voller Entsetzen stellte ich mir vor, dass er herausfinden könnte, was ich getan hatte.
So Christopher Tolkien in dem Interview, das er gemeinsam mit seiner Frau Baillie der französischen Tageszeitung Le Monde gab, über einen Traum, den er während der Arbeiten zur Veröffentlichung des Silmarillion hatte. Jetzt wüsste ich gern, wie man den Namen Ödipus (Οἰδίπους, ›geschwollener Fuß‹) ins Quenya oder Sindarin übersetzen könnte …

Kommentare:

Eosphoros hat gesagt…

Sindarin: Labadal ›Klumpfuß‹ (wörtlich: ›Hüpf-Fuß‹).

Faszinierender Artikel! Macht so manches verständlicher.
Sowieso bin ich ja schon länger der Meinung, dass Tolkien als Zweifaltigkeit aus Senior & Junior betrachtet werden muss.

Den Artikel gibt es auch hier in einer (offenbar guten) englischen Übersetzung.

Anubis hat gesagt…

Ich habe überlegt, ob Quenya: Tiucatál (›dicker Fuß‹, falls das so korrekt ist) passen könnte ...

Die Übersetzung ist meinem Eindruck nach recht genau, wenn auch stilistisch unschön, weil sie an der französischen Syntax kleben bleibt. Ich hab deshalb das Traumzitat lieber selbst aus dem französischen Artikel übersetzt.

Was mich ja noch interessieren würde: Wie sehr Christopher eigentlich in dem geistigen Milieu verwurzelt ist, das seinen Vater prägte, also dieser spezielle kultur- und modernekritische Katholizismus. Es ist ja schon ulkig, dass dieses Milieu mit dem Renouveau Catholique seine maßgeblichen Wurzeln in Frankreich hatte – ulkig angesichts von Tolkien seniors Gallophobie und Tolkien juniors langjährigem Wohnort.

Eosphoros hat gesagt…

Helge Fauskanger gibt an, dass tiuca ›dick‹ im Sinne von ›fett‹ bedeutet, und ich glaube ihm :-)

Foto-Disclaimer

Das Foto im Blog-Header wurde freundlicherweise von Sandra Rugina zur Verfügung gestellt. Es zeigt den Bâlea-See in den rumänischen Karpaten. Alle Rechte liegen bei der Autorin.